Sie hatte sich unsere Hochzeitsreise etwas anders vorgestellt.
Die Temperatur lag tagsüber etwa bei 35º C. Durch den stetigen Wind war es nicht möglich am Strand zu
liegen. Die herumwirbelnden Sandkörner wirkten wie ein Sandstrahlgebläse. Sand in den Ohren, in den
Haaren und im Mund. Nur am Pool war es auszuhalten, wenn man von den Animateuren absah.
Nach fünf windigen "Urlaubstagen" hatten wir uns entnervt einen Jeep gemietet, um einen Eindruck der
Insel zu bekommen.
Jetzt endlich fing unser Urlaub an. Wir steuerten jeden Tag entlegenere Gegenden an und lernten die
ersten Einheimischen kennen, die uns berichteten, wo es etwas Schönes zu entdecken gab. Und es gab
sehr viel zu sehen. Erst außerhalb der Hotelbereiche wird Fuerteventura zu einer der kanarischen
Inseln. In einem kleinen Dorf nördlich unseres Hotels lernten wir den Fischer Renato kennen.
Ich wollte unbedingt während dieser Reise meinen ersten Thunfisch fangen, legte also all mein
Verhandlungsgeschick in das Gespräch. Eigentlich hatte Renato eine Antipathie gegen Touristen.
Ich spürte seine Abneigung vor dem reichen Touristen. Ich lächelte und bot ihm eine Zigarette an.
Dann stellte ich ihm meine Frau vor und spielte ein wenig mit seinen Kindern. Die Situation entkrampfte
sich zusehends.
Nach einer Stunde Körpersprache wurden wir dann handelseinig. Der Preis: eine Stange Zigaretten.
Ich habe damals noch gern und viel geraucht.
Heute freue ich mich über eine dicke Zigarre nach einem guten Essen. Dafür packt mich seit damals immer
wieder die Reisesucht.
Wir einigten uns auf fünf Uhr am nächsten Morgen. Meine Frau verzichtete dankend auf die Möglichkeit,
nicht ausschlafen zu können. Ich entschied mich, einen spindeldürren deutschen Touri aus dem Hotel
mitzunehmen, der ebenfalls Interesse an diesem Ausflug äußerte.
So standen wir um vier Uhr morgens sehr müde am Straßenrand, um per Anhalter zum Fischerdorf zu fahren.
Bianca wollte mit der Frau meines Begleiters ein wenig shoppen gehen, brauchte also das Auto.
