Für den Abend wurden wir von den Renatos mit unseren Frauen zum Fischessen
eingeladen. Stolz und hocherfreut über dieses ungeplante Urlaubshighlight akzeptierten wir sehr gerne.
Frank wurde am Strand schon von seiner Frau erwartet. Er war sehr froh, endlich wieder festen Boden
unter den Füßen zu haben. Ich half den Fischern beim Ausladen und Säubern unserer prachtvollen Beute.
Als ich vom Boot zum Strand zurückwatete, ertappte ich mich, das eine oder andere Mal nach einer
schwarzen Flosse Ausschau zu halten. Die Zähne des Hammerhais hatten ihren Eindruck bei mir gemacht.
Die Tage vorher hatte ich beim Surfen keinen Schleudersturz ausgelassen, ich ahnte ja noch nicht,
was unter mir so alles schwimmt. Nach diesem ersten Erlebnis mit einem Hai war alles weitere erst
einmal Nebensache geworden. Fröhlich ging es zur Hauptstraße, denn ich wollte ja Bianca von meiner
Beute erzählen.
Ich stellte mich mit dem Daumen nach oben an die Straße, um zum Hotel zurückzukommen.
Frank war gleich nach unserer Ankunft losgefahren und hatte mir die blutige Arbeit mit den
Fischen überlassen. Eine halbe Stunde später stand ich immer noch an der gleichen Stelle und dachte
im Stillen: So weit kann es ja mit der Gastfreundschaft auf Fuerte doch nicht her sein, wenn keiner
einen Touristen mitnimmt.
Die Blicke der Autofahrer glitten an mir herunter, alle fuhren vorbei. Einige Frauen gaben sogar noch Gas.
Enttäuscht startete ich zu Fuß, mit der Gewissheit, in der Hitze noch zwei Stunden laufen zu müssen.
Ein Blick nach unten machte mir meine Situation jedoch schlagartig klar! Ich war über und über mit rotem
Thunfischblut vollgespritzt. Kein Wunder! Schnell zurück in das Dorf.
Renato jr. fuhr mich mit einem Pick-Up zum Hotel zurück. Der Weg durch die Rezeption war wie
Spießrutenlaufen. Meine Erklärungen mussten aber doch plausibel geklungen haben, sonst hätten
sie mich wohl schnell verhaftet.
Anglerlatein war nach den Blutspuren auf T-Shirt, Shorts und Körper auch nicht zu vermuten.
Die Mitarbeiter des Hotels standen mit Renato an der Lobby und er erzählte, wild gestikulierend,
die Geschichte vom jungen Mann und dem Meer. Zum Leidwesen meines hageren Freundes auch die
