Passen wir uns an, sind wir zurückhaltend und freundlich und respektieren die anderen Sitten
und Gebräuche, werden wir fast immer wie Freunde aus einem fernen Land empfangen.
Da wir einen Selbstversorger-Bungalow gemietet hatten, waren wir in der Lage, unser Essen selbst
zuzubereiten. Vom Kühlschrank bis zum Herd war alles vorhanden. Ebenso konnten wir vom Restaurant
der Anlage oder den vielfältigen Möglichkeiten in der Umgebung Gebrauch machen.
Es war für Andreas und mich ein echtes Erlebnis, in den überfüllten Bussen in die Hauptstadt Castries
zum Einkaufen zu fahren. Wenn die Möglichkeit bestand, setzten wir uns nach vorn zum Fahrer. Es war ein
begehrter Job auf Saint Lucia, Taxi- oder Busfahrer zu sein.
Die verrücktesten Stereoanlagen und ein Sammelsurium an Aufklebern zierte jeden freien Platz im Innenraum.
Ich erinnere heute noch den Spruch an der Fahrertür eines Busses: "I have 248 Joints in my body,
but no one in my pocket!" Eine dezente Information an die Cops bei einer Kontrolle. Aber wir haben auch
Polizisten bei dem Konsum von Ganja beobachtet und mit Sicherheit hätte man auch von ihnen etwas gegen
US-Dollars käuflich erwerben können.
Die Märkte mit ihrem pulsierenden Treiben und dem bunten Angebot an tropischen Früchten, Fischen und
Gewürzen, zogen uns ganz in ihren Bann. Das Einkaufen war ein Erlebnis für sich.
Schwer beladen mit Schwertfischsteak, Fruchtsäften, Rum, Eiern und Hähnchen erreichten wir gegen Nachmittag
unsere Anlage.
Allerdings waren wir noch alberner und aufgedrehter als sonst schon üblich. Unser Busfahrer hatte
Andreas darum gebeten, das Lenkrad festzuhalten, während er mehrere Joints drehte,
die dann im Bus die Runde machte. Wir konnten uns nicht wehren und wollten wohl auch nicht.
Auf jedem Fall durchschaute Bianca sofort die Situation und war uns sehr böse.
Am nächsten Morgen wurde die Stimmung deutlich gehoben, als Andreas und ich bei Reggae und
Kalypsomusik das Frühstück zelebrierten. Immer im leichten Calypsoschritt wurde Kaffee gebrüht,
Eier gebraten und Brot geröstet. Radio Caribian International: Ein Sender den wir nicht vergessen
werden. Zwei Stunden Mitschnitt haben wir bis heute aufgehoben.
Es war das Leichteste, einen Leihwagen aufzutreiben. Mit zwei netten Ehepaaren aus Berlin
