Impressum     Copyright / Disclaimer
Papayas, Palmen und Papageien
Seite 16
also auf der anderen Seite der Insel.
Wir begriffen erst viel später, wie viel Glück wir hatten, noch vor der Dunkelheit dieses Dorf zu erreichen. Kurz vor der Siedlung empfingen uns zwei mit Macheten bewaffnete Rastafarians und der Alte, den wir oben auf dem Berg getroffen hatten. Einer von ihnen als Vorhut und zwei als Nachhut setzten wir uns Richtung Dorf in Trab.
"Wenn du es zischen hörst, zieh den Kopf ein, das ist die Machete!" meinte Andreas mit einem müden Lächeln. Uns war nicht mehr nach Lachen zumute.
 
Im Dorf angekommen, umringte uns gleich eine Schar Kinder, um die ihrer Ansicht nach weiße Farbe von den Armen Biancas abzurubbeln. Sie umringten uns und rieben lachend ihre kleinen, schwarzen Hände an Biancas Haut.
Erschöpft fragten wir nach etwas zu trinken und man führte uns zu einer Wellblechhütte am Ende des Dorfes. Ein großes Schild an der Tür: 7 up - gleichzusetzen mit kaltem Getränk - ermutigte uns einzutreten. Der Innenraum entsprach voll und ganz unseren Erwartungen. Dunkel, muffig, nur ein gammeliger Tresen, eine Kerosinlampe, eine sehr spartanische Einrichtung.
Ein grinsender Farbiger, etwa 1.95 m groß, der uns in Erwartung einiger Dollars nach unseren Wünschen fragte: "Irie man, what do you like to drink, I make you spezial price, man... ." Was er unter einem Spezial Price verstand, für Freunde des Hauses natürlich, entpuppte sich als Frechheit. Fünf Dollar für eine Flasche warme Brause! Wir reduzierten laut protestierend auf einen Dollar.
Er öffnete ein Loch im Boden, aus dem er einige Flaschen holte. Er reinigte diese grob von Sand und gab sie uns geöffnet. Eine warme Brühe, süß und klebrig, aber in unserer Verfassung besser als der beste Champagner, ergoss sie sich in unsere ausgedörrten Kehlen. Gierig vernichteten wir seinen Getränkevorrat.
Plötzlich ein Hupen vor dem Haus und einige Fehlzündungen. Vor der Tür stand das merkwürdigste Fahrzeug, dass wir bisher auf dieser Insel gesehen hatten. Jedes bis dato verrostete Teil war durch ein Stück Holz ersetzt worden. Sicherlich, wie bestellt, ein offener Lastwagen, aber was für einer!
Teil-1    1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  Ende
Symbol-vorwärts
Symbol-zurück

Inhaltsverzeichnis

Prolog
Vorwort
Teil-1 Teil-2
Teil-3 Teil-4
Teil-5 Teil-6
Teil-7 Teil-8
Epilog Reiseblog
Home
Heino Merten:“Flieger grüß mir die Sonne”