Vielleicht eine schlechte Erfahrung mit uns Touristen. Wir haben so oft schlechtes Benehmen bei unseren
Landsleuten life miterlebt, dass wir uns weitere Details schenken möchten. Dass einem trotzdem so wenig
Ablehnung entgegenschlägt, grenzt schon fast an ein Wunder, wenn man bedenkt, wie wir teilweise mit
Ausländern im eigenen Lande umgehen.
Spât abends waren wir von unserem Ausflug zurück im Smugglers Village Hotel. Die nächsten Tage besuchten
wir Ziele, wie die schöne Marigot-Bay, in der vor vielen Jahren eine Szene für den Film Dr. Doolittle
gedreht worden ist. Yachten aus der ganzen Welt geben sich dort ein Stelldichein.
Weiter südlich liegt das kleine Fischerdorf Souffriere. Als wir mit dem PKW in das Dorf fuhren,
wurden wir sofort von zehn erwachsenen Farbigen bedrängt, die alle aufgeregt auf uns einredeten.
Unsere erste Reaktion war: Fenster hochgedreht und Türen verriegelt.
Wieder völlig falsch, sie wollten sich nur alle ein paar EC´s (East Caribbian Dollars) mit den neuen
Touristen verdienen, die soeben ihr Dorf betraten. Alle wollten den Führer zum sogenannten
"Drive-Inn-Vulkan" machen, der seinem Namen alle Ehre macht. Man kann mit dem Wagen wirklich bis
direkt vor die blubbernden Schlammvulkane fahren. Unser Guide erklärte uns mit viel Engagement und
wenig Wissen wofür die stinkende Brühe aus den Quellen auf Saint Lucia verwendet wird und welche
heilenden Kräfte von ihr ausgehen. An Andreas, der gestolpert war und sich das Knie an dem scharfkantigen
Lavageröll aufgeschlagen hatte, wurde die Heilkraft gleich ausprobiert.
Ich schätze, auch ohne deren Heilkraft hätte sich die kleine Verletzung schnell wieder geschlossen.
Auf dem Rückweg erreichten wir kurz vor der Hotelanlage im Norden, einen kleinen Anlegesteg mit einem
großen Schild: BIG GAME-FISHING! Ich war elektrisiert.
Gedanken an meterlange Schwertfische, an den Film "Der alte Mann und das Meer", an springende Tarpone
und Blue Marlins und der ganz große Fang, liessen den Jäger und Sammler in mir erwachen.
Ich musste einfach anhalten. Ein großer moderner Daycruiser mit Flying-Brigde und zwei "Kampfstühlen"
weckte wieder den Jagdinstinkt in mir. Ich fragte den Farbigen, der damit beschäftigt war das Deck von
Blutresten zu säubern, was man denn so fangen könnte. Er erwiederte: "You can catch the big one, if you
are lucky!" Genau das wollte ich hören.
