dieser Natur leben, haben diese Möglichkeit jedoch nicht.
Wir haben ´96 schon die zweifelhafte Ehre gehabt, mitzuerleben, wie ein deutscher Aussteiger,
den wir dort kennenlernten, an Typhus erkrankte.
Doch zurück nach Kenia und unseren ersten Erfahrungen mit den Folgeerscheinungen der deutschen
Reisewut. Wir orientierten uns an dem vielfältigen Angebot an Safaris und entschieden uns für
eine Flugsafari in das Masai- Mara Reservat. Unsere Freunde aus Lübeck waren mittlerweile
eingetroffen und wir starteten am frühen morgen Richtung Flughafen.
Die kleine, zweimotorige Maschine übte eine gewisse Faszination uns gegenüber aus. Als sich der
Pilot vor dem Start bekreuzigte, bevor er die Leistung der Motoren hochzog, war der Entdeckertrieb
und die Abenteuerlust wieder geweckt. Die Feuerwehr bestand aus einem Farbigen mit Feuerlöscher, der
lässig neben dem Flieger stand.
Nach dem Bilderbuchstart sahen wir dann das erste Mal die Schönheit Kenias und die unglaubliche
Weite der Landschaft. Der Kilimandscharo war nicht wolkenverhangen und bot einen traumhaften
Anblick inmitten der Savanne. Von oben sah man die kreisrunden Anlagen der Massaidörfer. Die
Landung zwischen den Bäumen auf einer kurzen Graspiste entsprach genau unseren Erwartungen
(Die Abdrücke von Biancas Fingernägeln im Flugzeugsitz erinnern wohl heute noch daran). Das
Mara-Buffalo-Camp direkt am Mara-Fluss erinnerte an vergangene Zeiten der Entdecker und Missionare.
Wir wohnten zu zweit in einem größeren Zelt mit abgeteilter Toiletten- und Duschzone. Fünf Meter
vom Zelt entfernt tummelten sich Krokodile und Nilpferde im Fluss. Abends am Lagerfeuer staunten
wir über die gewaltige Geräuschkulisse aus dem Busch.
Die Wächter, Askaris genannt, bewachten das Camp mit Pfeil und Bogen gegen zudringlich werdende Tiere.
Wir fragten den Ranger, wie es denn so mit Giftschlangen bestellt sei und ob es im Lager Schlangenserum
gäbe. Er lachte lauthals über diese lächerliche Frage und antwortete, dass im Camp nur circa zweimal
im Jahr eine Schlange gesehen wird. Zur Sicherheit patrouillieren einige Katzen, die auf die Reptilien
aufmerksam machen. Ein Gegengift würde nichts nützen, da ein Tourist der von einer Schlange gebissen
wurde, mit Sicherheit das Tier nicht zur Artenbestimmung mit zum Ranger bringen könnte.
