die Freiheit zu entlassen. Bianca wollte auch versuchen, im Pool das Tauchen zu lernen, hatte aber
so große Probleme mit dem Druckausgleich, dass wir uns entschieden haben, es für immer beim Schnorcheln
zu belassen.
1997 hat sie dann aber doch ihren Tauchschein gemacht und heute erleben wir die Welt unter Wasser
gemeinsam. Ich bin aber auch beruhigt, das sie nicht alle Tauchgänge mitmacht, denn wie oft bin
ich jetzt schon Haien begegnet, auf Tuchfühlung mit Barrakudas und Mantas gegangen oder in japanischen
Kriegschiffen auf Entdeckungstour. Ich hätte doch immer das Gefühl, dass es für sie nicht die gleiche
Faszination ist, wie für mich. Die Angst würde bei jedem Tauchgang dabei sein.
Wenn man unter Wasser auch nur andeutungsweise Angst verspürt, hektisch wird oder sich nicht mehr
zutraut, den Tauchgang durchzuhalten, bitte abbrechen, es kann sehr schnell das Leben kosten
durchzuhalten. In 40 Meter Tiefe kann man nicht mehr einfach auftauchen.
Die Dekompressionszeiten müssen eingehalten werden und schneller als zehn Meter pro Minute darf es auch
nicht aufwärts gehen. Zu vergessen, beim Auftauchen weiterzuatmen oder die Luft anzuhalten, kann zu einem
Lungenriss führen. Die eingeatmete Luft auf 40 Meter Tiefe hat fünf Atmosphären Druck. Das doppelte,
wie in einem Autoreifen. Die Lunge kann sich allerdings nicht um das fünffache ausdehnen, wenn es
zurück an die Oberfläche geht.
Bianca hatte viel Spaß mit Ben und seinem besten Freund Bertie, beide Mauritianer. Sie lief
Wasserski und schnorchelte zwischen den bunten Fischen. Sie stellte sich schon auf Saint Lucia sehr
geschickt an und Ben zeigte uns alle Variationen von Monoski bis zum Barfußlaufen. Sein Freund Bertie
war begeistert von der neuen Maschine des Bootes 2x80 PS. Der Motor brachte ihn immer wieder zu
Begeisterungsrufen wie: "It goes like a bomb!" oder wenn er es mal wieder geschafft hatte, barfuß einige
hundert Meter auf den Füßen zu bleiben, um dann, sich mehrfach überschlagend, auf die jetzt eisenharte
Wasseroberfläche fallen lassen musste: "Look, I´ve been walking on the water like Jesus!"
Wir hatten viel Spaß mit den Beiden und konnten das Boot sogar abends zum Angeln nutzen. Axel und ich
hatten Kontakte zur Küche geknüpft. Der Koch versprach uns, die von uns gefangenen Fische in kreolischem
Stil zu zubereiten. Durch sein Grinsen ahnten wir aber beide, dass er uns in der Hinsicht
