Impressum     Copyright / Disclaimer
Swimmingpool nur für Superreiche
Seite 42
Dunkelheit umgab mich, ich fühlte und hörte nur die Luftblasen, die an meinem Körper wieder nach oben stiegen. Schwerelos. Ich sah den Scheinwerferstrahl von Ben weit unter mir. Ich ließ die Luft aus meiner Weste und tauchte ab. Am Grund angekommen, tarierte ich mein Gewicht, um wieder schwerelos zu werden mit meiner Weste aus und schwamm zu Ben. Wir gaben beide das "OK" Signal mit Daumen und Zeigefinger und tauchten am Grund zur Riffkante. Ich ließ meinen Scheinwerferfinger nach oben, hinten, unten und zurück wandern. Irgendwie fühlte ich mich plötzlich sehr beobachtet. Alles außerhalb des Lichtfingers war pechschwarz.
Ben zeigte mir den Mittelfinger (auch unter Wasser möglich), er fühlte sich bestimmt durch meine Lichtshow leicht irritiert und geblendet.
An der Riffkante angekommen wurde es interessant. Überall tauchten die schönsten Farben und Formen im Scheinwerferlicht auf. Ich war so fasziniert, dass ich alle Vorsicht und Angst vergaß. Große Lobster spazierten vor ihren Höhlen hin und her. Ein Oktopus veränderte direkt vor meinen Augen im Licht des Scheinwerfers vor Schreck seine Farbe und ein dicker Kugelfisch pumpte sich um die dreifache Größe auf, als wir ihn ärgerten. Schlafende Papageienfische hatten sich Nester aus Schleim gebaut, in denen sie vor den Augen der Barracudas sicher waren und große Einsiedlerkrebse waren mit ihren Mobilhomes auf Achse.
 
Eine Schildkröte zog Ben in seinen Bann und er versuchte, auf ihr ein Stück zu reiten. Die Hinterbeine des Panzertieres waren allerdings sehr kräftig und sie nutzte diese sehr geschickt, um Ben einen kräftigen Tritt an den Oberschenkel zu geben. Die nächsten Tage konnte er mit dem Bluterguss bei den weiblichen Touristen auf jeden Fall gewaltigen Eindruck machen. Ben bedeutete mir nach einer Weile, den Scheinwerfer auszuschalten.
Wir stellten uns beide auf den Grund und löschten das Licht. Plötzlich war wieder nur noch tiefe Finsternis. Ich hörte nur noch das Zischen und Brodeln des Lungenautomaten und nach einer Weile kam auch das ungute Gefühl wieder, beileibe nicht allein zu sein. Ich machte eine Bewegung mit dem Arm, um zu balancieren und plötzlich leuchtete das Wasser um meinen Arm bläulich auf. Tausende
Teil-2    23  24  25  26  27  28  29  30  31  32  33  34  35  36  37  38  39  40  41  42  43  44  45  46  Ende
Symbol-vorwärts
Symbol-zurück

Inhaltsverzeichnis

Prolog
Vorwort
Teil-1 Teil-2
Teil-3 Teil-4
Teil-5 Teil-6
Teil-7 Teil-8
Epilog Reiseblog
Home
Heino Merten:“Flieger grüß mir die Sonne”