kleiner blau blitzender Partikel erleuchteten bei jeder Bewegung das Umfeld. Jetzt, nachdem sich meine
Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sah ich Ben auch wieder. Er war durch seine Flossenbewegungen
zu sehen. Ein Strom blauen Lichtes zog sich wie eine Leuchtspur hinter ihm her. Überall waren kleine leuchtende
Wesen zu erkennen, die pulsierten oder flimmerten und ich fuchtelte mit meinem Haistock umher, bis es
aussah als ob ich von einem blauen Feuerwerk umgeben war. Plötzlich schaltete Ben den Scheinwerfer wieder
ein und der ganze blaue Traum war Vergangenheit.
Ein großer Rochen schwebte im Licht des Scheinwerfers vorbei und für mich sah es aus, als würde er
fliegen. Ich folgte ihm eine Weile und Ben stieß mich an, dass es Zeit wäre, an den Rückweg zu denken.
Zurück auf dem Boot erschien mir das soeben erlebte wie ein Traum unter dem Einfluss von Drogen.
Ich quasselte ununterbrochen bis zum Anlegesteg, bis Ben entnervt sagte: "Okay, it was great but it was
no earthquake!" Das brachte mich wieder auf den Boden der Tatsachen. Ein Nachttauchgang gehört aber seit
dieser Nacht zu den absoluten Pflichtübungen in jedem Urlaub. Axel hatte damals noch keinen Tauchschein,
hörte sich aber interessiert meine Erlebnisse an. Vielleicht ein Grund mehr, 1991 auf unserer
übernächsten gemeinsamen Reise die Padi Open Water Licence zu erwerben. Die Welt unter Wasser
ist für mich eines der großartigsten Erlebnisse, die ich mir bis heute vorstellen kann. Das
Irreale wird plötzlich real, wenn sich ein großer Hai aus der Dunkelheit materialisiert und das
Reale wird irreal, wenn man schwerelos, als Fisch unter Fischen, in einem Schwarm Stachelmakrelen
die Leiber der großen Tiere fühlt.
Das Erlebte der vergangenen Reisen nimmt einen großen Teil unserer Erinnerungen ein und die Verwirklichung
eines Reisetraums, der fast immer vor Ort dann jede Vorstellungskraft sprengt, ist schon ein beglückendes
Ereignis.
Die Strände Mauritius sind wirklich traumhaft schön, obwohl uns die Palmen ein wenig fehlten (Es gibt
dort fast nur Kasuarinen). Die "Ile o Cerfe" im Osten der Insel war umgeben von blauem klaren Wasser,
aber auch touristisch stark frequentiert. Auf dem Weg dorthin hatte Bianca, wie eigentlich in jedem
Urlaub, wieder ihre Begegnung der dritten Art mit der örtlichen Tierwelt. Wir fanden an einem
