durch die Aufteilung des Gepäcks, einiges an Gewicht einzusparen. Zum Beispiel die zweite Videokamera
oder einige Ladegeräte. Durch die Tatsache, dass es auf Boracay keinen Strom gab, musste ich mir etwas
einfallen lassen, um meine Akkus vor Ort zu laden. Ich konstruierte eine Einheit aus Solarzelle,
Autobatterie und einen Spannungswandler von 12 auf 220 Volt. Der Sohn Lilos flog einen Monat vor uns
und nahm die Anlage mit, um sie vor Ort zu installieren. So hatten wir wenigstens elektrisches Licht
im Zimmer und eine Möglichkeit, kleine Geräte betreiben zu können. Jörg und Anke aus Stade, die sich leider,
vor einigen Jahren trennten, hatten einen Flug mit der Sabena gebucht und so trafen wir uns nach
18 Stunden Flug in Manila.
Unser erster Eindruck waren die Kofferträger, die wie ein Schwarm Hornissen auf uns zuschossen und uns
fast die Koffer aus der Hand rissen. Wir mussten die Gepäckstücke regelrecht verteidigen. Durch unsere
Erfahrungen in den Vorjahren verhandelten wir erst einmal mit den Taxifahrern über den Preis zum Hotel.
Es ist schon oft vorgekommen, das die Fahrer entweder kein Taxameter hatten oder es manipuliert haben.
Wir buchten das Hotel in Manila im Vorwege per Fax. Da es nur eine Übernachtung werden sollte, haben
wir einen etwas besseren Standard gewählt. Dort angekommen, fiel uns eine Schar junger Frauen und
Mädchen in der Rezeption auf, die uns von oben bis unten musterten, als wir das Hotel betraten.
Anzügliche Körperbewegungen verrieten schnell ihren Job.
Wir hatten kaum unser Zimmer betreten, da klingelte schon das Telefon. Etwas überrascht, wer uns denn
anrufen könnte, nahm ich den Hörer ab und hörte ein zartes Stimmchen flöten: "Sir, you like massage?"
Da mir die Gepflogenheiten der männlichen Touristen nur allzu bekannt waren, konnte ich mir lebhaft
vorstellen um was für eine Art Massage es sich handelt. Ich sagte freundlich aber bestimmt:
"Sorry, I´m married.", in der Annahme, dass so die Anruferin kein Interesse mehr hätte, aber aus dem
Hörer vernahm ich wieder die Stimme: "Oh, doesn´t matter Sir, that´s no problem." Noch einmal und sehr
bestimmt gab ich jetzt zu verstehen, dass ich in dieser Hinsicht bereits gut versorgt sei. Wir packten
belustigt unsere Sachen aus und nach dem langen Flug war jetzt auch erst einmal eine Siesta fällig.
Abends im Restaurant merkten wir dann, in welcher Art Hotel wir gelandet waren.
