Von allen Seiten wurden mir eindeutige Signale gegeben und jetzt verstand ich einiges mehr über den
deutschen Sextourismus. Angefangen hatte dies wohl mit den in Manila stationierten amerikanischen
Soldaten. Die Masse der alleinreisenden Herren, von denen bestimmt 40 in unserem Flieger saßen,
bestimmte die Nachfrage und somit den Markt.
Am nächsten Morgen ließen wir uns zum Domestic Airport fahren. Ein heilloses Durcheinander erwartete uns.
Kofferträger in rauen Mengen und Philippinos, die in die unterschiedlichsten Richtungen der 7107 Inseln
reisen wollten. An den Gates standen Namen wie Panay, Negros, Palawan und Mindanao. Jetzt spürten wir die
erste richtige Vorfreude auf unser Urlaubsziel. Unser Flug ging nach Kalibo, einer Kleinstadt im Norden
Panays. Wir flogen über kleine und kleinste Inseln und sahen schon vom Flugzeug aus die kleinen grünen
Spiegeleier mit dem schneeweißen Saum aus Sand. In Kalibo sahen wir dann das erste Mal die typisch
philippinischen Jeepneys auch von innen, die in Manila auf den Hauptstraßen durch ihr Hupkonzert so
einen Höllenlärm gemacht haben. Ich schätze für jede Information gibt es ein unterschiedliches Hupsignal.
Aus alten Fahrzeugen der Amerikaner wurden mit Liebe bunte Unikate, die als Sammeltaxis auf allen Inseln
gefahren werden. Teilweise sind diese Fahrzeuge so interessant, dass man eine Weile stehen bleibt,
um alle Details zu genießen. Ich glaube, auf dieser ersten Reise habe ich wohl 30 dieser Fahrzeuge
fotografiert. Die Fahrt ging über zwei Stunden an der Küste entlang zum kleinen Fischerort Caticlan.
Dort sollten die Boote nach Boracay liegen.
Unser Fahrer fuhr mit einem Höllentempo durch die Serpentinen. Manchmal war der Abgrund direkt neben
unseren Reifen. Einen festen Straßenbelag oder Leitplanken gab es nicht. Wir wechselten kaum ein Wort
und waren froh, als der Jeepney schließlich hielt.
Der Strand in Caticlan, einem kleinen Dorf an der Nordwestküste, war sehr steinig und das Wasser durch
die Auslegerboote verschmutzt. Wir waren durch die Anreise allerdings so geschafft, dass uns jetzt
eigentlich nichts mehr belasten konnte. Man verfrachtete unser Gepäck in ein kleines Auslegerboot und
der letzte Teil unserer 48 Stunden langen Anreise ging seinem Ende entgegen.
Die Überfahrt nach Boracay dauerte nur 20 Minuten. Als dann endlich das Ziel greifbar nahe war,
