Sualog Familie. Sie ist heute schon 19 Jahre alt und schickt uns lange E-Mails.
Ihr Name sei Jing-Jing, sagte sie und ihre Mutter erzählte uns, sie sei vier Jahre alt. Der Mann von
Nhening kam dazu, stellte sich uns als Lolong vor und informierte uns, dass er und seine Frau die
Housekeeper von unserer Lady aus Deutschland sind. Sie kümmern sich um das Wohl der Gäste und halten
die Anlage in Ordnung. Sie selbst wohnten in einer winzigen Hütte auf dem gleichen Grundstück.
Die Behausung kam uns eher vor wie eine Hundehütte. Drei Personen wohnten, kochten und schliefen
in einem Raum von sieben Quadratmetern. Jing-Jing legte jetzt sichtlich die Scheu ab und sang leise
irgendwelche Melodien vor sich hin, während sie unauffällig unser Gepäck inspizierte.
Lauter unbekannte Dinge. Bianca hatte einige kleine Mitbringsel für Kinder dabei, wie in jedem Jahr und
gab ihr einen kleinen Kamm und eine Bürste. Die Kleine hatte lange schwarze Haare. Sie lief sofort zu
einem Wasserhahn und hielt ihren Kopf unter das bei 40º C eiskalte Wasser. Entgeistert fragte Bianca
die Mutter, was sie denn vorhat. Die Antwort: "Sie wäscht sich jetzt die Haare, um die neuen Sachen
richtig auszuprobieren." Wir waren verblüfft wie intensiv sich diese Kinder mit unbekannten Dingen
beschäftigen. Hier freut man sich lange über ein kleinstes Geschenk.
Jetzt erst einmal an den Strand, noch ein letztes Bad in dem kristallklaren Wasser des White Beach.
Die Wege auf Boracay bestanden aus feinstem Sand. Kein Glas und Unrat, keine scharfkantigen Steine.
Es war eine Wohltat für die Füße, nach dem langen Winter jetzt einmal vier Wochen barfuss zu laufen
und T-Shirt und Shorts als Bekleidung ausreichen zu lassen. Wie wir dann erfuhren, hatte Lolong noch
neun Geschwister, die wir alle noch kennen lernen sollten. Jedes Familienmitglied hatte einen "normalen"
Vornamen und einen mit Liebe entwickelten Kosenamen. Jing-Jing heißt zum Beispiel mit ihrem richtigen
Vornamen Ajinah. Wir lernten noch an diesem Abend Lolongs Bruder Abram kennen. Er hatte im Dörfchen
Balabag ein winziges Bambushäuschen für sich und seine damals noch drei Kinder. Hier verkaufte er
auch noch Batterien für die Taschenlampen der Touristen.
Seine Frau Feli mixte, laut des großen Schildes über der Hütte: "Halo, Halo - the best fruit-shakes
and milk-shakes of Boracay!" Wie wir in den kommenden Jahren feststellten, entsprach dies wirklich den
