einiges an Eindrücken zu bieten. Große Langusten versuchten im Schein unseres Strahlers, keinen leckeren
Eindruck auf uns zu machen, aber Victor verstaute schnell zwei von ihnen in einem mitgebrachten Netz.
Dort ein Standardessen, bei uns eine teure Delikatesse. In der zweiten, weit größeren Höhle, deren
pechschwarzer Eingang keinen besonders einladenden Eindruck machte, stand ein riesiger Zackenbarsch
und genoss es sichtlich, sich von zwei kleinen Putzerfischen sein großes Maul reinigen zu lassen.
Wir blieben so lange, bis unser Tauchcomputer uns ermahnte, dass wir aus der sogenannten Nullzeit
geraten. Dies ist die maximale Zeit, die ein Taucher zur Verfügung hat, um ohne Dekompressionsstops
zurück an die Oberfläche zu gelangen.
Der Stickstoff in der Atemluft lagert sich in größerer Tiefe schnell im Gewebe an. Wenn man auftauchen
würde, ohne dem Körper Gelegenheit zu geben diesen wieder abzubauen, würde es zum Ausperlen dieses Gases
in der Gewebsflüssigkeit kommen, vergleichbar mit dem Öffnen einer Sprudelflasche.
Die Folge wäre eine Embolie, die sogenannte Taucherkrankheit. Ohne Druckkammer, die Nächste ist in
Manila, wäre wohl der Tod die Folge. Also verließen wir unseren Zackenbarsch und tauchten zurück zum
Eingang.
Der Anblick der sich uns vor der Höhle bot, ließ uns das Blut in den Adern gefrieren. Ein majestätischer
Tigerhai patrouillierte keine 20 Meter von uns entfernt, am Riff entlang. Ich schätzte seine Größe auf
gut drei Meter. Da unter Wasser alles ein Drittel näher wirkt und ein Viertel größer, sah er noch weit
gefährlicher aus.
Tigerhaie werden auch als Müllschlucker der Meere bezeichnet. Man hat schon Blechdosen oder anderen
Unrat in ihren Mägen gefunden, der von vorbeifahrenden Schiffen geworfen wurde. Diese Tiere sind schon
oft Schwimmern, Surfern oder Tauchern zum Verhängnis geworden. Es ist schon ein unglaubliches Erlebnis,
diese vor Kraft strotzenden Tiere so dicht vorbeiziehen zu sehen. In Millionen von Jahren haben sich
diese perfekten Jäger nicht verändert.
Noch einmal erleben muss ich das, trotz der Schönheit der Tiere allerdings nicht unbedingt.
