hatte sich als Vorspeise leckere Schaschlikspieße ausgesucht, die mit einer dunklen, würzigen Soße serviert
wurden.
Gesättigt unterhielten wir uns noch mit dem Chef dieses Miniunternehmens und gratulierten ihm zu seiner
Kochkunst. Bianca lobte die Fleischspießchen und fragte, welches zarte Fleisch er verwendet. In seinem
gebrochenem Englisch sagte er immer wieder "It´s ASO mam, delicious ASO." Wir konnten mit dieser Aussage
nicht viel anfangen. In unserem Bungalow angekommen, lasen wir im Tagalog Sprachführer nach.
Unter Aso stand als Übersetzung, DOG! Bianca war schockiert, aber nach einer Weile lachten wir über
die neue Erfahrung mit ausländischen Spezialitäten. Wir haben dann oft alle Arten von Hunden aufgehängt
an Dreibeinen gesehen, die fachmännisch küchenfertig gemacht wurden. Für den Europäer ein ungewohnter
Anblick. Ein Highlight der philippinischen Küche war auch die DOGSKINSOUP, Hundehautsuppe mit ganzen
Stücken. Schmeckt wie Kaugummi ohne Geschmack. Nicht zu empfehlen. Allein der Gedanke... .
Ein Erlebnis der besonderen Art hatten wir mit einigen Strandhändlern, die mit lauter Stimme: "Balut"
riefen. Sie trugen große, mit Tüchern abgedeckte Körbe. Die Einheimischen liefen schnell zusammen und
auch wir wollten sehen, was es interessantes zu kaufen gab.
Ich ließ mir den Inhalt der Körbe zeigen. Auf den ersten Blick waren es nur Enteneier. Nach einigen
Fragen stellte sich aber heraus, dass es angebrütete Eier mit lebenden Embryos waren. Eine Delikatesse
für den Einheimischen. Für uns war der kleine Hunger schlagartig beendet... .
Andere Länder, andere Sitten!
Unser Abram hatte auf Boracay in den nächsten drei Jahren eine steile Karriere mit dem wachsenden
Tourismus. Durch die neue Finanzkraft konnte er uns im Jahre 1992 in Deutschland besuchen. Wir luden
ihn zum Essen ein und es gab Hasenrücken.
Bei der Erklärung, um welches Tier es sich hier handelt, musste er lachen, denn dies war für ihn genau
so ungewöhnlich wie Hundefleisch für den Mitteleuropäer. Der Hase ist auf den Philippinen ein Haustier
für die gut situierten und beileibe kein Nahrungsmittel.
