Heute ist Abram politisch sehr aktiv, die Kinder senden uns E-Mails und die Zivilisation hat den
Zusammenhalt der Familien zerstört. Abram und Feli sind leider seit 1999 geschieden. Aus den Briefen
der Kinder erkennen wir, wie sie unter den Problemen der Eltern leiden.
Die nächsten Tage vergingen mit Relaxen, Tauchen und Inselerkundungen. Ein Fußmarsch in den Norden der
Insel zu den Höhlen der Flughunde wurde zum Erlebnis. Wir starteten früh morgens, weil wir durch die
abgelegenen Teile der Insel mit mehr Zeitaufwand für unseren Marsch rechnen mussten. Die Kinder liefen
uns in jedem Dorf entgegen und Bianca hatte alle Hände voll zu tun, ihre Luftballons an den Mann bzw.
das Kind zu bringen.
Die großen Fruit-Bats wie sich die Flughunde hier nennen, fliegen jeden Abend in riesigen Schwärmen aus,
um auf Panay nach Nahrung zu suchen. Es ist ein einmaliges Schauspiel, vom Boot aus die Tiere am blutroten
Abendhimmel zu Hunderten vorbeifliegen zu sehen. Auf der Insel gibt es zahllose Glühwürmchen, die Bäume
und Palmen beleuchten, wie bei uns zur Weihnachtszeit die Lichterketten. Überall aus dem Busch sahen
wir unterwegs scheue, neugierige Augenpaare, die uns beobachteten. Es gibt auf Boracay noch den sehr
zurückgezogen lebenden Stamm der Atis, die sich durch ihre dunkle Haut von den übrigen Einwohner
abheben. Sie sind sehr kontaktscheu und leben noch ohne schulische Ausbildung und Englischkenntnisse
in entlegenen Winkeln der Insel.
Die Höhle war glitschig, der Geruch nach Fledermauskot belastete unsere Nasen und Hunderte dieser Tiere
hingen an den Decken und Wänden. Ich stellte mir gerade vor, was passiert, wenn durch ein Geräusch dieser
riesige Schwarm ausfliegt, wenn man gerade im Eingang der Höhle steht, als Bianca die Taschenlampe aus
der Hand fiel. Erst ein Rascheln, dann ein Rauschen, dann ein Brausen. Tausende Flügelpaare bewegten
sich in der Dunkelheit. Wir waren umgeben von aufgeregten Tieren, die versuchten, an uns vorbei,
den Höhleneingang zu erreichen. In ihrer Aufregung entleerten sie noch kurz ihren Darm. Dies bemerkten
wir allerdings erst, als wir uns im Sonnenlicht betrachten konnten. Auf der Kleidung, in den Haaren,
im Gesicht, überall Fledermaussch...!
Nach einer kurzen Schnellreinigung in einer Pfütze, erreichten wir den nördlichen Strand, den sogenannten
Puca-Beach, an dem es eine ganz bestimmte Art, vom Wasser rundgewaschener
