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Es gibt kein Bier auf Tioman
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Am Nachmittag mussten wir dann einen Arzt aufsuchen. Man kann sich vorstellen, dass auf einer Insel wie Tioman kein Krankenhaus oder eine, auch nur annähernd moderne Arztpraxis zu finden ist. Das Haus des Arztes stand auf Pfählen wie die anderen Gebäude und war aus Holz gebaut.
Wir Männer waren allein in das Dorf gefahren und betraten die Stätte des Grauens. Wir sahen nur eine alte Pritsche, ein paar Stühle, Regale, undefinierbaren Instrumente und Medikamente. An der Wand hingen ein paar Bilder des Arztes, der mit einem Lächeln von Ohr zu Ohr bestimmt zehn lange Würmer in den Händen hielt.
Es handelt sich um einen Parasiten, der nur in den Tropen vorkommt. Nach dem Entwicklungsstadium im Körper des Wirtes erscheint irgendwann eine Beule, die aufbricht und den Kopf des Wurmes erkennen lässt. Der Arzt muss jetzt mit einem Holzstäbchen den bis zu 40 cm langen Wurm langsam auf das Stäbchen aufrollen. Dieser darf bei der Prozedur auf keinen Fall zerreißen, sonst würde der Rest des Tieres im Körper des Patienten verfaulen und zu einer Blutvergiftung führen. Wie problematisch das in den Tropen sein kann, kann sich jeder ausmalen.
Es gilt als Privileg für den Arzt, diese Technik perfekt zu beherrschen, deshalb auch das souveräne Lächeln auf den Fotos an der Wand. Er ließ sich von dem, leicht irritierten Axel dessen Problem erklären, sagte: "You need a special medicine!" Axel dachte wohl an Voodoo-Zauber und die Heilkraft von Fischaugensekret und setzte sich auf einen Stuhl. Unser Wunderdoktor nahm ein Glas mit einem weißen Pulver und ein Blatt Papier, rollte das Blatt zu einer Röhre, die an einem Ende dünn auslief und füllte etwas Pulver hinein. Da Axel wirklich extreme Ohrenschmerzen hatte, war ihm nicht nach alternativen Heilmethoden zumute. Der Arzt setzte die Spitze des Röhrchens an Axels Ohr und pustete das Pulver mit Kraft hinein. Axel zuckte zusammen und der Arzt sagte, nachdem er die Aktion mit dem anderen Ohr wiederholt hatte: "That´s it! It´will take about one hour to get better." Und wirklich, die Ohrenschmerzen waren nach einer Stunde abgeklungen. Man sollte doch noch Vertrauen zu seinem Arzt haben.
Abends hat Axel seine Angelausrüstung eingepackt, um von einem langen Steg, den er im Dorf entdeckt hatte, sein Glück zu versuchen. Wir gingen gemeinsam los, weil wir im Dorf essen gehen
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Inhaltsverzeichnis

Prolog
Vorwort
Teil-1 Teil-2
Teil-3 Teil-4
Teil-5 Teil-6
Teil-7 Teil-8
Epilog Reiseblog
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Heino Merten:“Flieger grüß mir die Sonne”