Es war schon ein Erlebnis, überall in der Begleitung von Mrs. Lewis gefragt zu werden, wie man als Weißer
die Insel Tobago empfindet und ob man die Menschen mag. Wer würde dies Fremde in Deutschland fragen?
Die Straßen auf Tobago sind zum größten Teil asphaltiert und in gutem Zustand. Für uns ein Spaß, mit dem
offenen Suzuki-Jeep durch das dicht mit Dschungel bewachsene Inselinnere zu fahren oder an den Serpentinen
der Nordwestküste den Blick auf das Meer zu genießen.
Auf einer dieser Fahrten bemerkte ich, dass der Himmel seine Farbe sehr schnell von blau in ein schmutziges
grau änderte. Ich drängte Bianca, unser Verdeck zu schließen. Sie bestand auf der momentanen Situation
des Cabriofahrens. Es wurde stockdunkel.
Wir hatten durch den Fahrtwind nicht bemerkt, dass sich der laue Wind auf Sturmstärke gesteigert hatte.
Ich hielt an und warf einen Blick auf die sich im Sturm biegenden Palmen. Meine liebe Frau spielte die
Situation herunter und wir fuhren weiter.
Keine fünf Minuten später setzte ein Wolkenbruch ein, wie wir ihn vorher noch nie unter freiem Himmel
erlebt hatten. Jetzt mussten wir während dieses Platzregens das Verdeck schließen und waren in Sekunden
durchnässt bis auf die Haut. Einheimische die an uns vorbeifuhren, sahen uns als willkommene Attraktion
und Belustigung auf ihrer Fahrt.
Wir lernten schon in der ersten Woche einen jungen Rasta kennen, der uns seine Insel Tobago näher bringen
wollte. Er gab uns gute Tipps, wann und wo ein Strandfest oder das Training der Steel-Bands stattfindet.
So haben wir am Englishman´s Bay fast als einzige Bleichgesichter ein Strandfest miterleben können, dass
uns das Lebensgefühl der Einheimischen sehr gut vermitteln konnte. Kalypso und Reggae, live oder vom Band,
riesige Lautsprecherboxen am Strand aufgebaut, junge und alte Menschen, die gemeinsam feiern konnten.
Füllige, gut gekleidete Damen wiegten sich im Rhythmus des Kalypso, während sie gleichzeitig ihr
Grillkotelett vernichteten. Gut gebaute männliche und weibliche Farbige promenierten am Strand entlang.
Sie rauchten Unmengen an Ganja und tranken Rum-Punsch und Bier. Keiner störte sich an meiner Kamera oder
den weißen Gesichtern. Eine tolle Party.
Mrs. Lewis vermittelte uns eine Einladung von sehr gut gestellten Tobagonians auf dem Hügel in der
