Michael hatte für den Abend eine Steel-Band aus Hillsborough, der Hauptstadt Carriacous engagiert. Wir
saßen noch lange auf der Terrasse und genossen den stimmungsvollen Abend mit Rum-Punsch und gegrillten
Fischen.
Michael ging zum Abschluss noch mit einem Hut bei den Touristen und Einheimischen sammeln, die sich
mittlerweile im Restaurant zusammengefunden hatten.
Jaqueline wollte am nächsten morgen ganz früh zu einem Tauchplatz mit Namen "Turtle Head" der allerdings
eine ganze Strecke Richtung Grenada entfernt lag. So waren wir alle entsprechend müde, als wir uns beim
Frühstück trafen. Bianca hatte vor, den Tag am Strand zu verbringen. Wir verluden das Tauchgepäck in das
Tauchboot.
Ich habe auf unseren Reisen immer ein beunruhigendes Gefühl gehabt, wenn nur eine Maschine das Boot
antreibt. Die Boote haben eigentlich nie Funk oder Seenotsignale an Bord. Wenn die Maschine einmal
ausfallen sollte, sieht man ganz schön alt aus!
So alt, wie wir auf unserem Trip in die Fijis, wo uns genau dieses Malheur passierte.
So war ich sehr zufrieden, dass zwei starke Maschinen das Boot antrieben. Wir starteten mit Vollgas in
einen abenteuerlichen Tag.
Nach einer Stunde war Carriacou nur noch schwach am Horizont zu erkennen und Grenadas Berge wurden vor dem
Bug des Bootes deutlicher. Tanki bedeutete uns, dass etwas mit der Lenkung nicht in Ordnung sei und
stoppte das Boot auf dem offenen Meer. Jetzt, wo das Boot lag, wurde die Dünung erst deutlich. Wir
wurden ganz schon umhergeworfen. Unser Tauchassi prüfte die Lenkung und sah, dass die Lenkstange
gebrochen war. Jetzt musste er die ganze Fahrt über die beiden Maschinen mit den Händen bewegen, um die
Richtung zu ändern. Ein gewaltiger Kraftakt.
Wir entschlossen uns aber, trotzdem die letzten 30 Minuten zum Tauchplatz zu fahren und ankerten zwischen
einigen bizarren Felsen, von denen ein besonders großer die Form eines Schildkrötenkopfes hatte.
Das Wasser war unglaublich klar. Ich hatte mir von Tanki eine Unterwasserkamera geliehen und schwamm
begeistert von Attraktion zu Attraktion. An einer großen Weichkoralle, an einem Drop-Off
