Aus den kleinen Häusern hörte man das gewohnte: „Hi Joe!“. Alle
Weißen, die sich von den Touristenrouten entfernen, werden erst einmal für Amerikaner gehalten.
Da Joe hier der häufigste Vorname ist, heißen eben alle Joe.
Wir erledigten unsere Besorgungen und weiter ging es auf das offene Meer. Nach einer weiteren Stunde
kam eine Insel in Sicht, die sehr an die Malediven erinnerte. Winzig klein, und nur eine einfache Hütte
mit einem Stall war zu sehen. Ein kleines Auslegerboot mit Segel lag am Ufer. Mike erzählte uns
ausschweifend Geschichten über die Bewohner.
Ein philippinischer Veteran aus dem zweiten Weltkrieg, 75 Jahre alt, seine Frau Laisa, und die
einzige Tochter Anna waren die Bewohner der Insel. Ihr ganzes Leben haben sie hier zugebracht.
Es gab nicht einmal Wasser auf dem Eiland und so musste der Alte einmal in der Woche mit seinem
zerbrechlichen Boot nach Guimaras segeln um Wasser zu holen. Der einzige Reichtum beschränkte sich
auf zehn Hühner, drei Ziegen und vier Schweine.
Wir wurden freundlich in die Hütte gebeten. Mike übersetzte unser Anliegen, die Familie besuchen zu
wollen. Wir übergaben ihnen das Obst und drei Kanister mit 75 Liter Trinkwasser. Die Freude
war sehr groß. Sie erzählten über ihr einfaches Leben, über den Fischfang, den teilweise schon die
Tochter mit übernehmen musste und über die Besuche, die sie ab und zu mal bekommen. Die Tiere lebten
ebenfalls in der Behausung und so sprachen wir miteinander, während die Schweine zwischen unseren
Beinen herumliefen.
Eine große Kakerlake fiel aus den Deckenbalken. Es dauerte keine Sekunde, bis ein Huhn sich diesen
Leckerbissen schnappte. Wir hörten die ersten Geschichten aus dem Krieg und über die Grausamkeiten
der Japaner. Für mich eine Anregung, mich zu Hause näher mit diesem Thema zu beschäftigen.
Das Essen wurde von Mike zubereitet. Auf einem offenen Feuer in der Hütte wurden Kalmare gegrillt,
die dort Squids heißen. Bei uns gibt es diese Tiere als leckere Tintenfischringe zu kaufen, hier
wurden sie mit Fangarmen und Innereien verzehrt. Gewürze gab es nicht, nur etwas Reis wurde gereicht.
Nach dem Essen hatten wir alle blaue Zungen und Lippen von der Tinte. Die Essensreste wurden an die
Tiere verteilt.
