Sulusee
und wir bemerkten auch einige sehr zweifelnde Blicke.
Wir akklimatisierten uns sehr schnell. Besonders der gestresste Hans hatte viel Spaß mit Sonne Strand
und Meer. Ich besuchte meinen Tauchpartner Victor, der mittlerweile eine eigene Tauchschule betreibt.
Er war sichtlich stolz auf seinen „Far-East-Divers“ Shop and School. Schon nach einigen Minuten
Wiedersehenfreude waren die ersten gemeinsamen Tauchgänge spontan durchgeplant.
Leider gibt es auf Boracay unter Wasser lange nicht mehr so viel zu sehen, wie vor acht Jahren.
Die Anker der Boote und die große Zahl Touristen haben den Großfisch vertrieben und die Korallen zu
einem großen Teil zerstört. Die Dynamitfischerei tat ihr Übriges. Der schöne White-Beach ist grün
geworden, durch Überdüngung der Algen und durch die ungeklärten Abwässer der Touristentoiletten.
Die Preise auf der Insel sind für die Einheimischen kaum noch tragbar. So sind wir sechs dann mit
einem Boot der Familie an einsame Buchten der Insel Panay gefahren, die noch nicht vom Tourismus
berührt waren.
Nur der White Beach ist touristisch stark erschlossen, es gibt noch sehr viele schöne und unberührte
Strände auf der Insel Boracay.
Mit dem Schmutz und den Neckermännern sind auch die Krankheiten mehr geworden. Den ersten Typhusfall
haben wir 1995 life miterlebt.
Ich litt nach zwei Tagen Traumurlaub an kleinen roten Flecken auf der Haut, die extrem juckten. An Schlaf
war nicht zu denken. Als nach der dritten Nacht mein Problem immer schlimmer wurde, suchten wir die
kleine Inselklinik auf. „Chicken-Pocks“ sagte die junge Schwester tri-umphierend. Da ich aber schon
als Kind Windpocken hatte, schenkte ich ihr kein Vertrauen und fragte mich bei den Einheimischen durch,
die dieses Problem ja irgendwann einmal gesehen haben mussten. Nach ein paar Stunden hatte ich eine
klare Aussage: Wir waren alle zerbissen von Läusen und ich hatte zusätzlich noch Wanzenbisse an den
Beinen. Die Matratzen hatten unglaublich viele kleine Bewohner.
Unsere Betten wurden für die letzte Nacht auf Boracay noch ausgeräuchert und wir waren froh, dass die
kleine Abschiedsfeier bei unseren Freunden bis in den Morgen dauerte. In unseren Betten, in denen
derweil das Leben tobte, wollte keiner eine Sekunde mehr zubringen.
