Beim Frühstück am Strand bemerkten wir ein weißes Segel am Horizont, das schnell größer wurde.
War es unser Freund Peter, der Brite? Als nach einer Stunde die Ankerkette in das Wasser rasselte,
war ich schon mit kräftigen Schwimmstößen unterwegs, um ihm „Hallo“ zu sagen.
Typisch britisch und stocksteif begrüßte er mich bei einem eiskalten Gin-Tonic an Bord und stellte
mich seinem philippinischen Schiffsjungen und Koch July vor, mit dem er uns heil und gesund nach
Palawan bringen wollte.
Die Kembali war 1994 bei dem Versuch, das Unterwasserschiff von Algen und Muscheln zu reinigen aus
einem Bambusgerüst gerutscht und auf die Seite gefallen.
Dabei ist der Aluminiummast auf der Strecke geblieben. Ein ganzes Jahr hat es dann gedauert, bis der
Mast aus Australien geliefert wurde. Das Schiff war auf Hochglanz getrimmt und der neue Mast tat seinen
Dienst hervorragend.
Tagsüber verluden wir unser Gepäck auf die Kembali und sprachen mit Peter noch einmal die Route durch.
Er verfügte über ausgezeichnete Seekarten und alle Ankerplätze waren bereits markiert.
Unser Kapitän hatte mächtige Angst, dass wir ihm die kleinen Blutsauger, deren Spuren man unseren
Beinen deutlich ansehen konnte, auf die Kembali einschleppen würden und ermahnte uns, alle Kleidungsstücke
und uns selbst noch einmal mit Insektenspray zu besprühen. Dies hatten wir allerdings schon lange
freiwillig erledigt.
Wir entschieden uns die letzte Nacht auf Boracay nicht in den verseuchten Betten des Resorts zu
verbringen und übernachteten auf der Kembali. Es war ein schönes Gefühl von den kleinen Wellen und
unter dem traumhaften Sternenhimmel in den Schlaf gewiegt zu werden.
Nach dem Frühstück in unserem Stammrestaurant, verabschiedeten wir uns von den Sualogs und lichteten
nach einem tränenreichen Abschied den Anker.
Der Wind war gleichmäßig und der Himmel wolkenfrei. Die ersten Meilen nach Semirara nutzten wir,
um unsere Sachen zu verstauen und auf unsere Seereise anzustoßen. Wir inspizierten das Schiff und
waren begeistert von unserem neuen Zuhause, weit weg von der Heimat.
