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Seezigeuner in der Sulusee
Seite 112
Am frühen Nachmittag ankerten wir in einer wunderschönen, menschenleeren Bucht auf der Hauptinsel der Semiraragruppe. Das Wasser war ideal zum Schwimmen und schnorcheln. Wir stürzten uns alle noch einmal in die Fluten und genossen den ersten Tag des großen Abenteuers, bis die Sonne blutrot am Horizont unterging.
July bereitete uns ein hervorragendes Abendbrot aus Langusten, Reis und einer höllisch scharfen, himmlisch schmeckenden Soße. Wir vernichteten derweil den Inhalt der ersten beiden Flaschen Gin mit Tonic Water. Meine Empfehlung für laue Nächte unter dem tropischen Sternenhimmel. Es ist schon ein einmaliges Gefühl, weit und breit keine Menschen zu sehen und doch eine kleine Gemeinschaft von acht Personen zu haben, mit gleichen Interessen, einem gehörigen Schuss Abenteurergeist und viel Humor.
Wir beschlossen, sehr früh am Morgen aufzubrechen, da ein langer Turn auf See vor uns lag, die Strecke zwischen den Semirara-Islands und der Calamian Group. Unser Etappenziel war Coron-Town auf der Insel Busuanga. Wir wurden durch gehörigen Seegang um vier Uhr morgens schlagartig wach, als ein Brecher durch die geöffnete Deckluke bestimmt zehn Liter kaltes Salzwasser über uns ergoss.
Peter hatte sich während der Nacht entschieden, noch vor Sonnenaufgang den Anker zu lichten, um sicher vor Sonnenuntergang durch das Außenriff Corons segeln zu können. Über Nacht hatte sich der laue Wind zu einem kräftigen Sturm entwickelt. Ich sprang aus der Koje und stürzte an Deck. Hans war schon mit seiner Kamera an Deck. Alle hatten den Blick nach oben gerichtet und schnatterten durcheinander. Ein beeindruckendes Schauspiel! Der sternenklare Himmel gab den Blick auf die Milchstraße frei und auf einen großen, sehr hellen Kometen. Es war der erste, den ich jemals mit eigenen Augen gesehen habe. Er sah aus, wie ein überdimensionierter Scheinwerferstrahl am tiefschwarzen Nachthimmel. Während der ganzen Fahrt zeigte er uns die Himmelsrichtung und gab uns einen Eindruck, wie winzig klein wir auf dieser Welt sind.
Der Sturm nahm an Stärke noch zu. Peter war gezwungen das Vorsegel einzuholen und ein Reff in das Großsegel zu schlagen. Plötzlich, durch eine schwere See, brach die Ruderkette und das Schiff lief sofort aus dem Kurs.
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Inhaltsverzeichnis

Prolog
Vorwort
Teil-1 Teil-2
Teil-3 Teil-4
Teil-5 Teil-6
Teil-7 Teil-8
Epilog Reiseblog
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Heino Merten:“Flieger grüß mir die Sonne”