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Seezigeuner in der Sulusee
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Die Kembali schlingerte und rollte in der aufgewühlten See. Peter und ich fixierten sofort die Notpinne an der Halterung. Ich übernahm mit Hans das Ruder und wir versuchten gemeinsam das Schiff mit halbem Wind weiter auf Kurs zu halten, während Peter und July die gebrochene Ruderkette reparierten. Alle zwei Minuten war Julys Stimme unter Deck zu hören: „Shit again“ und „Fuck you Peter!“ Es war nicht böse gemeint, aber gab deutlich die Stimmung der Besatzung wieder.
Das Meeresleuchten war durch den Seegang extrem hell geworden. Jeder Brecher erzeugte ein blaugrünes Leuchten auf dem Vorschiff. Die Kembali hatte eine Leuchtspur am Heck, die sich bis weit Richtung Horizont ausmachen ließ.
Als die Morgendämmerung einsetzte, waren wir alle völlig geschafft. Die Haut war vom Salzwasser wund und aufgeweicht. Bei Sonnenaufgang war die Ruderkette dann endlich provisorisch repariert und wir konnten die Notpinne wieder im Schiff verstauen.
Gegen Mittag ließ der Wind deutlich nach. Die Insel Coron mit Ihren grün bewachsenen Flanken kam in Sicht. Peter hatte sich hingelegt, um den entgangenen Schlaf der letzten Nacht nachzuholen, als ein gewaltiger Tanker am Horizont auftauchte. Mir erschien es allerdings, als ob der Kurs sich mit unserem kreuzte. Als das Ungetüm vor uns immer größer wurde, entschied ich mich, Peter lieber zu wecken.
„No Problem!“, raunzte er aus seiner Koje. Nach einem Blick aus dem Bullauge entschied ich mich, etwas lauter zu werden.
Er schlich ohne zu grüßen, mit einem Gin-Tonic Kater an mir vorbei und warf einen Blick über die Reling. Schlagartig war er hellwach, stürzte unter Deck und machte eine Kreuzpeilung. Der Ozeanriese war derweil nur noch zwei Kilometer von uns entfernt. Zehn Minuten später, in nur 400 Meter Abstand schob sich der Riesentanker mit einer gewaltigen Bugwelle an uns vorbei. Das Hupen des Schiffshorns ging uns durch Mark und Bein.
Bremsen oder Kurswechsel hat für diese Schiffe keinen Sinn. Bevor das Ruder anschlägt oder das Schiff aufstoppt, ist das Hindernis meistens untergepflügt. Uns war doch ein wenig mulmig, als wir
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Inhaltsverzeichnis

Prolog
Vorwort
Teil-1 Teil-2
Teil-3 Teil-4
Teil-5 Teil-6
Teil-7 Teil-8
Epilog Reiseblog
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Heino Merten:“Flieger grüß mir die Sonne”