die gewaltige
Größe des Tankers sahen und erkannten, wie knapp wir einer Kollision entgangen waren.
Am späten Nachmittag, erreichten wir Coron-Island. Schroffe Klippen, die über und über mit Moos
bewachsen waren, machten einen unwirklichen Eindruck. Wir passierten das Außenriff. Vor uns das türkise
Wasser der Lagune zwischen den Inseln. Endlich legte sich die schwere Dünung, die dafür gesorgt hatte,
dass Hans wieder einmal seine letzten Mahlzeiten an das Meer herausgeben musste.
Der Genuss einer Portion Eis auf Boracay, die wohl mehrfach angetaut war, hatte seine Verdauung völlig
durcheinander gebracht. Erst auf Borneo hatte er sich wieder ganz erholt.
Die Berge Corons waren bis 1000 Meter hoch. In der Bucht konnten wir jetzt auch Culion-Island und die
Insel Busuanga sehen. Wir hatten noch viel Zeit bis zum Sonnenuntergang und wollten eine Runde schwimmen.
So manövrierte Kapitän Peter die Kembali in eine geeignete Bucht und stritt sich mit July, wo der Anker
am besten fassen würde. Noch während des Streites streifte das Heck des Schiffes einen Korallenstock,
der bis knapp unter die Oberfläche reichte. Peter stoppte sofort das Boot und wir ließen den Anker
fallen. Es sah für uns alle so aus, als ob der Kembali nichts geschehen wäre. Gerade wollten wir in
die einladenden Fluten hüpfen, als sich ein Schwarm wilder Wespen aus den Felsen auf uns stürzte.
Wir konnten einige von diesen Sturzkampfbombern im direkten Boden-Luftkampf, zur Strecke bringen,
aber es wurden immer mehr. So entschieden wir uns, unser Heil in der schnellen Flucht zu suchen.
Anker also wieder hoch, Maschine an und volle Fahrt voraus. Nach einer Stunde erreichten wir Coron
Town und wollten nach einer mühseligen Fahrt durch weite Korallenfelder vor dem langen Steg den Anker
werfen.
Als Peter den Motor auskuppelte, verloren wir unseren Propeller, dessen Splint oder dieser selbst bei
der Kollision mit der Koralle Schaden genommen haben musste. Jetzt war guter Rat teuer. Keine
Taucherflasche, keine Ahnung an welcher Stelle die Schraube lag und keine Ersatzschraube. Eine fatale
Situation. Das Ende unserer Segeltour schien verdammt nahe. Wir hatten nicht einmal die Möglichkeit,
ohne Motor unseren jetzigen Ankerplatz zu verlassen, die Korallenstöcke waren zu dicht und segeln
war hier nicht möglich.
