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Seezigeuner in der Sulusee
Seite 117
Innenraum mit den Ventilatoren erinnerte an den Film Casablanca. Eine Bar aus Bambus und drei Tische voll besetzt. Zwei philippinische Mädchen nahmen uns gleich aufs Korn und warfen uns bedeutsame Blicke zu. Neben ihnen vier amerikanische Taucher. Sie unterhielten sich über die Erlebnisse an einem japanischen Wrack in der Nähe unseres Zieles. Hier war ich richtig. Ein Hauch von Freiheit und Abenteuer! Das Sea Breeze Lodging House.
Der Besitzer begrüßte uns höchstpersönlich. Ein schmieriger Libanese, der über seiner behaarten Brust nur ein Paar Hosenträger trug, die mühsam die Hose unter seinem unglaublichen Bauch auf Position hielt. Er rauchte eine dicke Zigarre, schob seinen gewaltigen Bauch vor sich her und fragte mit einem breiten Grinsen nach unseren Wünschen.
Mein erster Eindruck war: „Dieser Mann hat hier das Sagen!”
Ich erinnerte mich an Long John Silver und die Schatzinsel. Mein Vertrauen in diese Person war gleich Null.
Ich erzählte ihm dennoch von unseren Problemen. Er gab mir zu verstehen, dass für ihn nichts existierte, was er gegen Bezahlung nicht lösen würde. In Gedanken sah ich ihn schon im Piratenkostüm unsere Habseligkeiten zählen.
Um sieben Uhr sollte es bei ihm Abendessen geben und er plante uns mit acht Personen ein. Ein „Nein Danke” gab es für ihn nicht.
Ein Kurier, genau so eine windige Gestalt wie sein Chef, wurde in die Werkstatt geschickt. Damit er sicher sein konnte, dass er die neuen zahlungskräftigen Kunden nicht wieder verliert, sollte Hans gleich Platz nehmen. Ich musste ihm in der Zwischenzeit helfen, sein Boot flott zu machen, das bei Ebbe im Schlick festsaß. So ging ich mit drei seiner Angestellten die Treppe wieder hinunter und stand bis an die Knie in dem Schlamm, der so extrem nach Sch. . . roch.
Der Gedanke an die munteren Keime und Erreger in dieser ekligen Brühe verschlug mir den Atem. Meine Beine nahmen diesen Gestank sofort an, wie unsere Damen belustigt bemerkten, als wir die Kembali erreichten. Sie hatten sich schon Gedanken gemacht, weil unsere Abwesenheit länger dauerte, als angenommen.
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Inhaltsverzeichnis

Prolog
Vorwort
Teil-1 Teil-2
Teil-3 Teil-4
Teil-5 Teil-6
Teil-7 Teil-8
Epilog Reiseblog
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Heino Merten:“Flieger grüß mir die Sonne”