Zurück am Anleger des Restaurants ließen sie sich auch noch von uns durch den Schlamm tragen, was nicht
zu einer Verbesserung meines neuen Körpergeruchs beitrug.
Ich erzählte auf dem Weg von dem liebreizenden Libanesen und seinem Etablissement.
Als unsere besseren Hälften dann schließlich das Restaurant betraten, hatten plötzlich alle keinen Hunger
mehr. Es gab Fisch und zum Glück war der Hunger stärker als die Abneigung. Meine Frau Bianca war die
Einzige, die sich diese Mahlzeit ersparte. Das Essen war allerdings gar nicht so schlecht wie wir
annahmen und mit ein paar eiskalten San Miguel Bier konnte man auch noch sehr gut nachspülen.
Peter wollte am Morgen mit dem Wirt in die Werkstatt. Wir erfuhren, dass Andy, der englische Taucher,
nicht mehr auf Busuanga lebte, sondern mit seiner Familie ein kleines Ressort mit Tauchschule auf Tanglat
Island eröffnet hatte. Da viele Wracks in der Nähe der Insel lagen, ließen wir den „Big-Boß“ auch ein
großes Auslegerboot organisieren, das uns am nächsten Tag übersetzen sollte.
Der Preis war auch nach den letzten Nachverhandlungen immer noch mehr als überteuert. Aber was sollten
wir machen. Normalerweise wären wir mit der Kembali hingesegelt. Die dümpelte jedoch ohne Schiffsschraube
in der Bucht.
Nach einer Stunde Fahrt durch die beeindruckende Kulisse der Coron Islands erreichten wir die Anlage von
Andy gegen neun Uhr.
Verrostete Landungsboote und altes Kriegsgerät lag am Strand herum. In der großen Bucht vor Tanglat
konnte
ich mir jetzt in meiner Fantasie den Konvoi von japanischen Kriegs- und Versorgungsschiffen sehr gut
vorstellen.
Im September 1944 hatten sie sich dort vor den Aufklärern der Amerikaner versteckt. Am 22. September
ging die Meldung eines Aufklärungsflugzeuges bei der amerikanischen Task-Force 36 ein. Alle 24 Schiffe
wurden durch Bomben und Torpedos an einem einzigen Tag versenkt. Ich musste immer wieder an das Leid
der Besatzungen denken, die mit diesen Schiffen untergingen und an die Familien der Hinterbliebenen.
Die Amerikaner haben die Philippinen unter General Mac Arthur 1944 von der Besatzungsmacht der
Japaner befreit.
