Auf der Insel Leyte steht ein Denkmal, das Mac Arthur in Lebensgröße am Strand zeigt. Von dem Grauen,
das die Japaner auf den Philippinen anrichteten, erzählen hier noch die Alten. Oft fährt einem eine
Gänsehaut über den Rücken. Wie glücklich können wir sein, die noch nie einen Krieg erlebt haben.
Wenn man so eine Reise plant und dann tatsächlich nach vielen Faxen oder E-Mails ein Treffen in einem
abgelegenen Winkel der Welt stattfindet, ist es für mich immer ein bewegendes Erlebnis. Andy empfing uns
dann auch sehr herzlich und stellte uns seiner philippinischen Frau und seiner kleinen Tochter vor.
Er hat eine sehr hübsche kleine Bungalowanlage mit winzigem Restaurant auf Tanglat errichtet. Seine Basis
ist für die Verhältnisse eigentlich sehr gut ausgerüstet. Ein idealer Platz für unsere Erkundungtrips zu
den Wracks.
Er erklärte uns die Schlacht und wir sahen vor unserem inneren Auge, wie die Jagdflieger über der Bucht
einschwebten und ihre Bombenlasten und Torpedos abwarfen. 14 Schiffe liegen auf dem Grund der Lagune.
Sogar ein Flugzeug kann dort betaucht werden. Wir erkundeten einen 200 Meter langen Frachter, der mit
dem Kiel nach unten auf dem Meeresgrund lag. Die Aufbauten und Masten waren gut erhalten und der Kiel
lag auf 30 Meter Tiefe. Auf dem Deck angekommen genossen wir den Anblick, wie große Schwärme
Stachelmakrelen zwischen den mit Weichkorallen bewachsenen Masten schwebten. Prächtige Rotfeuerfische
hatten die Reling als Schlupfwinkel ausgesucht und das Wasser um uns war kristallklar. Durch die
offenen Luken tauchten wir in das Schiffsinnere. Die Wirkung der Bomben und Torpedos war mehr als
deutlich zu sehen. Stahlträger waren verdreht und geknickt wie Strohhalme. In den Deckplatten
klafften riesige Löcher. Das gesamte Frachtschiff war zum künstlichen Korallenriff geworden.
Farbenprächtige Weichkorallen und überall kleine und große Bewohner in jeder Nische. Die Natur
hat in diesem Fall auf wundersame Weise die Schrecken des Krieges übertüncht.
Der Weg durch die Frachträume zeigte uns die gewaltige Größe des Schiffes und immer wieder die Wirkung
der Waffen.
Zurück im Boot waren wir dann auch alle sehr schweigsam und unsere Fantasie schlug Kapriolen.
Wir meinten die Motoren der anfliegenden Bomber zu hören und das Sperrfeuer der Begleitschiffe.
Ich
