Unterwasserkopfsprung
in die dunkelblaue Tiefe. Je tiefer wir kamen, desto größer wurde die Geschwindigkeit. Bei 30 Meter Tiefe
wurde das Wasser schon relativ heiß und wir sausten durch den Auftrieb der Quellen wie Korken zurück
an die Oberfläche. Die ganze Prozedur dauerte maximal 30 Sekunden und machte einen Höllenspaß. Man
darf nur keine komprimierte Luft atmen, sondern muss mit der Luft auskommen, die man an der Oberfläche
eingeatmet hat. Die Gefahr eines Lungenrisses wäre zu groß, da sich die eingeatmete Luft aus der
Flasche beim Auftauchen ausdehnen würde.
Nach zehn Sturzflügen in die heißen Quellen ging es wieder an den Abstieg zum Boot. Bianca und Helga
hatten die Gelegenheit zu einem langen Bad im Süßwasser genutzt. Die Salzkruste auf der Haut war
durch die eingeschränkten Duschmöglichkeiten auf der Kembali und unsere Sturmfahrt durch die Sulusee
schon sehr dick geworden. In Coron angekommen, besuchten wir Peter in der „Werkstatt“. Wir konnten
noch zuschauen, wie Unmengen Lot in dem Riss der Schraube verschwanden. Dann wurde sie wieder am Schaft
befestigt und mittels einer Eisenfeile ausgewuchtet. Ein abenteuerliches Unterfangen, aber es hat
funktioniert. Die Fortsetzung unserer Reise stand offensichtlich doch nichts mehr im Wege.
July hatte in der Zwischenzeit auf dem Markt unsere Bestände an Nahrungsmitteln aufgefüllt und Peter
war mit mehreren Philippinos dabei, einige Kisten Bier zu verladen. Sein Grundnahrungsmittel! Jeden
Abend bei Sonnenuntergang saß er auf dem Vorschiff und ließ den Inhalt von einigen Flaschen durch
seine Seemannskehle laufen. Irgendwann verschwand er dann immer leise unter Deck. Nein er war nicht
so gesprächig unser Peter. Er fühlte sich aber sichtlich wohl in unserer Runde und gab dann auch nach
einigen Bieren, seine Erlebnisse zum Besten.
Es sollte am Abend „Oktopus Curry, philippine Style“ geben. July brutzelte den ganzen Nachmittag in
der Küche, während zwei seiner Landsleute damit beschäftigt waren, den Propeller wieder am Schaft zu
befestigen. Mit unseren Taucherbrillen tauchten sie unter das Schiff, zogen den Schaft aus dem
Getriebe und verschlossen das entstandene Loch schnell mit einem angespitzten Stück Holz. Die
Schraube wurde mit einer Kontermutter fixiert und eine Minute später waren wir wieder seeklar.
Ein schönes Gefühl, wenn ein Plan funktioniert!
