Dadurch brach eines der Blätter unserer frisch reparierten Schraube ab. Entgeistert fluchten wir auf
Peter, den Unglückskapitän. Jetzt mussten wir unsere Fahrt mit einem flügellahmen Propeller fortsetzen.
Das sorgt für eine gewaltige Unwucht an der Welle. Die Vibration war deutlich im ganzen Schiff zu spüren.
Das große Daumendrücken begann, ob die Schraube die restlichen 80 Kilometer nach Sabang, unserem Endziel,
noch durchhalten würde.
Die wunderschöne Lagune lenkte uns alle ein wenig von dem Missgeschick ab. Wir haben eine Stunde lang
großen Barrakudas beim Jagen zusehen können und ein paar Zackenbarsche geärgert, die neugierig aus
ihren Höhlen kamen, um die multinationale Abenteurergruppe zu mustern. Bei Einsetzen der Ebbe segelten
wir weiter, um unsere Wasservorräte endlich aufzufüllen.
Als wir am späten Abend in die halbmondförmige Bucht tuckerten, während das ganze Schiff unter uns
vibrierte, beeilten sich die Dorfbewohner, ihre kleinen Kanus und Auslegerboote flott zu machen. Sie
bereiteten uns einen Empfang, der mich an alte, kitschige Südseefilme erinnerte.
Man brachte uns Obst und Gemüse und lud unseren July als Vertreter der Crew zum Dorfklönschnack ein.
Er nahm grinsend eine Flasche Rum mit und bedeutete uns, dass mit ihm heute nicht mehr zu rechnen sei.
Doch schon nach einer Stunde war er wieder auf der Kembali und berichtete uns über die tragischen
Ereignisse in dem kleinen Fischerdorf.
Zwei kleine Kinder einer Familie waren in den letzten beiden Wochen an einer schweren Krankheit
gestorben. Da die Familie das ganze Dorf zur Beerdigung einladen musste, waren die Nahrungsmittel
und die Reserven dieser armen Menschen restlos aufgebraucht. Der Dorfoberste ließ uns fragen, ob
wir diese Familie etwas unterstützen könnten. Wir machten schnell eine kleine Kollekte an Bord und
gaben unserem July das Geld zur Übergabe.
Überglücklich nahm der Vater das Geld in Empfang. Früh am nächsten Morgen waren wir plötzlich von
kleinen Booten umringt, die mit kleinen und großen Gefäßen Wasser aus dem nahegelegenem Wasserfall
brachten, um unsere Tanks zu füllen. Es dauerte den ganzen Nachmittag, um 4000 Liter Wasser in den
kleinen Kanus zur Kembali zu bringen. Sogar die Reservekanister waren jetzt endlich wieder randvoll.
