Wir fuhren mit dem Dingi und unserer gesamten Schmutzwäsche zum Wasserfall. Ein wirklich seltsam anmutender
Waschtag begann. Erst lösten wir selbst die Salzkrusten von unseren Körpern, dann wurde in einer
schaumigen Aktion die große Wäsche erledigt. Die Felsen waren überall mit den Namen und Daten der Segler
bemalt, die sich hier seit Jahrzehnten, vielleicht sogar seit Jahrhunderten Frischwasser besorgten.
Manch verwitterter Schriftzug ließ alte Seglerromantik erahnen.
Die Einheimischen amüsierten sich köstlich über unsere Aktivitäten und Bianca hatte wieder alle Hände
voll zu tun, um die Kinder mit Stickern und Luftballons zu versorgen.
Mit großem Hallo entließ uns dann die kleine Flotte aus Auslegerbooten in das offene Meer. Unzählige
Hände winkten uns lange nach, als wir die Bucht verließen.
Später ankerten wir dann an einem schneeweißen Sandstrand und schnorchelten in den unberührten
Korallenwäldern. Ein großer Adlerrochen gab sich die Ehre und eine riesige Languste verirrte sich,
dank der Überzeugungskraft von Klaus in unseren Kochtopf.
Als wir später bei Sonnenuntergang gemütlich auf Deck saßen und unser Dinner genossen, segelte ein
großer moderner Katamaran in unsere Bucht. Zwei australische Weltumsegler hatten sich für Ihre
Übernachtung die gleiche Bucht ausgesucht. Als der Anker fiel, fühlten wir uns nicht mehr ganz so
allein mitten in der Sulusee.
Wir hörten eine Menge über Piraten, die in dieser Gegend ihr Unwesen treiben. Auch ich habe schon
mehrfach Berichte von Seglern gelesen, die überfallen und ausgeraubt worden sind. Sogar große Frachter
sind schon treibend aufgebracht worden und ohne Besatzung im offenen Meer aufgefunden worden. Durch die
Erzählungen wurde unser Trip jetzt doch noch um einen weiteren Nervenkitzel bereichert.
Wir führten unser gesamtes Bargeld, Travellerschecks und Tickets mit uns auf der Kembali. Als wir am
Morgen nach einem ausgiebigen Schnorchelerlebnis weitersegelten, lag das Fernglas immer an Deck bereit
und jedes mit voller Fahrt auf uns zu fahrende Auslegerboot wurde ausgiebig ins Visier genommen.
Die philippinischen Fischer vermummen ihre Gesichter bis zur Unkenntlichkeit, um ja nicht braun zu
werden. Die vornehme Blässe gilt als Zeichen des Reichtums. Nur Arbeiter und die
