Kopfjäger im Internet
Für unsere kleine Reisegruppe aus Holland, Österreich und Deutschland begann mit dem Flug nach Kota Kinabalu der zweite Teil unserer aufregenden Reise in die Sulusee. Eigentlich wären von Palawan nur noch 50 Kilometer mit dem Schiff nach Borneo zurückzulegen, aber die Gewässer sind durch Piraten verseucht. Unsere Abenteuer sollten einigermaßen geplant verlaufen. So ging die Flugroute von Palawan nach Manila. Dann von Manila nach Sabah im nördlichen und malayischen Teil von Borneo. Da ich unseren detaillierten Reiseverlauf per Fax mit einer kleinen Agentur in Kota Kinabalu abgesprochen hatte, wurden wir am Flughafen abgeholt und zu unserem Hotel gefahren.Wir waren erstaunt über die moderne Stadt, die unzähligen Geschäfte und die Sauberkeit der Straßen. Große Shopping-Malls gehörten zum Bild der Stadt, genau wie unzählige Menschen, die mit ihren Handys telefonierend durch die Straßen eilten. Wir hatten schon aus Deutschland per Fax das Winner Hotel direkt im Zentrum gebucht. Saubere Zimmer und ein netter individueller Service gaben uns das Gefühl richtig entschieden zu haben. Wir hatten uns Borneo ganz anders vorgestellt, Reiseführer gelesen, die von unberührten Regenwäldern berichteten, von Wasserfällen mitten im Dschungel und von nomadisierenden Kopfjägern noch bis in die fünfziger Jahre. Bilder von Schrumpfköpfen und mit Knochen geschmückte Ureinwohner hatten unsere Phantasie nachhaltig beeinflusst. So setzten wir schnell den Plan um, das andere Gesicht Sabahs zu entdecken.
Zuhause in Deutschland war das Interesse am „White-Water-Rafting“ geweckt worden. Schlauchbootfahren auf tosendem Wildwasser, wie wir es schon oft in abenteuerlichen Kinofilmen sehen konnten. In Sabah bot sich ein zusätzlicher Reiz. Der reißende Flusslauf zog sich durch den Regenwald. Das donnernde Wildwasser war schlammig braun und aus dem grünen Dickicht zu beiden Seiten des Flusses konnte man die vielen Stimmen der unsichtbar beobachtenden Vögel, Zikaden und Affen hören.
Helga aus Österreich und Yvette aus Holland hatten sich bereits entschieden, an der Rafting-Tour teilzunehmen. Bianca zog es vor, uns zwar begleiten zu wollen, doch das eigentliche Wildwasserfahren auszulassen.
