machen wollten. Nach drei Stunden Fahrt hielt der Zug am Rande einer tiefen Schlucht und gab den Blick
auf das Buschkamp von Borneo Expeditions frei.
Wir wurden freundlich begrüßt. Auf Biancas Frage, wie sie denn wieder mit dem Zug zurückfahren sollte,
wurde sie nur fragend angeschaut. „Der Zug fährt noch drei Stunden weiter zu den Camps der Holzfäller
und erst morgen früh wieder zurück.“ Diese Aussage beunruhigte Bianca jetzt doch ein wenig. Die Aussicht
ohne das gewisse Abenteuer wieder nach Kota Kinabalu zurückzukommen, wurde plötzlich sehr gering für sie.
Der Leiter des Camps machte uns mit den Risiken des Raftings vertraut, gab uns einen Einblick in die
Paddeltechnik und berichtete über gekenterte Schlauchboote, im Weißwasser treibende Touristen und über
die unangenehme Möglichkeit, unter das Schlauchboot zu geraten. Es gab Hinweise zu allen diesen
Horrorstories auf vielen Schilder ringsherum.
Bianca musste, ob sie wollte oder nicht, mit unserem Schlauchboot durch die Stromschnellen. Es gab
keinen anderen Weg zurück. Etwas ängstlich und sauer ergab sie sich in ihr Schicksal. Nachdem wir dann
Helme und Schwimmwesten angelegt hatten, trugen wir die Boote zum Wasser. Noch ein paar Tipps und Kniffe
und das Schlauchboot wurde von der Strömung erfasst. Die Kommandos saßen und unser Boot schoss durch die
Stromschnellen. Wir paddelten mit aller Kraft und die Rufe: „Dig, Dig, go left, go right, paddle up!“
sorgten für echte Teamarbeit auf dem Boot. Als wir die ersten großen Strudel hinter uns hatten, vernahm
ich plötzlich aus der vorderen Reihe eine mir bekannte Stimme
„Jaaa, mehr, super!!“ Es war meine Frau die an der turbulenten Fahrt Spaß gefunden hatte und nun
plötzlich nicht genug bekommen konnte.
Etwas verwundert aber doch sehr beruhigt, genossen wir gemeinsam die nächsten Rapids. Wir sausten an bis
zu zwei Meter hohen, stehende Wellen vorbei.
Klasse, vier auf der Raftingskala würden wir erleben, sagte unser Bootsführer. Die nächsten Klassen nach
oben konnten wir uns zwar vorstellen, aber es reichte uns so, sehr wohl. Aus dem zweiten Floß mit den
Japanern wurde ein Mädchen herausgeschleudert. In einer dramatischen Aktion nahmen wir sie auf und
übergaben sie nach den nächsten Stromschnellen wieder an den hektischen Ehemann. Als der Fluss etwas
ruhiger wurde, sprangen wir alle in die braunen Fluten und übten uns im „Body-Rafting.“ Ein echter
Spaß. Mit hoher
