Nebelwald ersetzte
den hohen blickdichten Dschungel. Kiefern und Farne säumten den Weg und unser Führer zeigte uns mächtige
Exemplare der fleischfressenden Kannenpflanze, die hier am Kinabalu sehr häufig vorkommt.
Als wir uns auf ca. 3000 Meter Höhe befanden, hingen schon Moos und Flechten in den Astgabeln der
Krüppelkiefern. Es wurde merklich kälter.
Das Gipfelplateau war über uns klar zu sehen. Wir überlegten, wie wohl die steilen Grate und Zinnen
von uns erklommen werden sollten. Unsere Beine schmerzten, wir hatten heftige Seitenstiche und aus
den fünf Stunden waren bereits fast sieben geworden.
Als wir das zweite Camp erreichten, war unsere Energiereserve völlig verbraucht. Wir ließen uns unser
sechs-Bett-Zimmer zeigen und stellten erschreckt fest, dass die Heizung nicht funktionierte. Der
Hausmeister sagte auf englisch: „Kann mal passieren, müsst eben alle etwas dichter zusammenrücken!“
Ich ließ mich nicht beeindrucken und ging in das Büro des Parkrangers. Dort saßen gemütlich acht
Einheimische beim Kaffee. Eine große elektrische Heizung stand mitten im Raum.
Ich erklärte freundlich, dass wir die Nacht nicht bei 0° C im Zimmer verbringen wollten und für die
Heizung bereits bezahlt hätten. Außerdem sei das Zimmer des Rangers über Nacht nicht besetzt und wir
würden einen fürchterlichen Radau machen, wenn wir vor Kälte nicht einschlafen könnten.
Dann kündigte ich unserem Führer noch lächelnd an, dass sein Trinkgeld in direkter Relation zur
Temperatur unseres Zimmers stünde.
Nur zehn Minuten später stand das Heizgerät zwischen unseren staunenden Zimmergenossen. Es dauerte
allerdings keine fünf Minuten, bis alle übermüdet und groggy eingeschlafen waren. Am späten Abend legten
wir noch unsere Taschenlampen und das Gepäck zurecht, denn unser Aufstieg sollte um drei Uhr morgens
beginnen, damit wir vor Sonnenaufgang den Gipfel erreichen würden. Bianca und Klaus entschieden sich,
den Aufstieg bei 3300 Metern zu beenden und im Camp auf uns zu warten. Der Sauerstoffgehalt der Luft
war schon deutlich geringer. Bianca hatte Herzrasen und wollte nichts riskieren, was unseren Urlaub
vorzeitig beenden könnte.
Unser Führer weckte uns und wir tranken noch auf die schnelle eine Tasse heißen Kaffee. Hans
