was bei den Asiaten eine gewisse Belustigung hervorrief, denn eigentlich waren wir Bleichgesichter ja
Fremde in diesem Land.
Der Abstieg zum zweiten Camp war sehr belastend für die Waden und die Knie. So konnten wir schon ahnen,
wie problematisch der ganze Rückweg für Helga und Yvette werden würde, die ja mit auf den Gipfel
geklettert waren. Als wir erschöpft, aber rechtzeitig zum Frühstück das Camp erreichten, sahen uns
Klaus und Bianca die Erschöpfung deutlich an und waren so noch sicherer, die richtige Entscheidung
getroffen zu haben. Der Weg zum ersten Camp war dann wirklich strapaziös. Bergab geht es sich viel
schwerer als Bergauf. Das Bremsen beansprucht unglaublich die Sehnen, Bänder und Muskeln. Bei uns
Männern war es nicht so schlimm, aber Helga war oft den Tränen nahe. Mit einem Stock und der Hilfe
von Klaus mühte sich unsere Helga bis zum Camp zurück. Als wir die Strapazen hinter uns hatten,
war es doch im Nachhinein ein traumhaftes Erlebnis, das ich jederzeit wiederholen würde.
Der Muskelkater in den nächsten Tagen hatte es in sich. Helga verzichtete auf Fußmärsche. Wir pflegten
uns bei gutem Essen in Kota Kinabalu und genossen die tropischen Eindrücke um uns herum. Für den folgenden
Tag hatten wir einen Anschlussflug nach Sandakan in Sabah geplant, um uns dort das „Orang Utan Sanctuary“
anzusehen, eine Station im Regenwald, in der verletzte oder verwaiste Affen wieder an das Leben in der
Freiheit gewöhnt werden oder ihre, durch Rodung verursachten Brüche oder Verstümmelungen auskurieren
können. Dann wol-lten wir uns die Turtle Islands ansehen, eine Inselgruppe vor der Küste nahe zur
philippinischen Grenze. Wir hatten im Camp der Ranger eine Übernachtung gebucht, um zuschauen zu können,
wie große Lederschildkröten an den Strand kommen, um Eier abzulegen. Mit viel Glück konnten wir sogar
dem Schlüpfen der kleinen Schildkrötenbabys zuzusehen.
Der Flug nach Sandakan war beeindruckend. Leider in negativer Hinsicht. Vom Primärwald ist nicht viel
übriggeblieben. Überall kann man an den Rauchsäulen die Brandrodung erkennen. Große zusammenhängende
Flächen sind komplett abgerodet. Die Japaner und Koreaner haben ganze Arbeit geleistet. Riesige Schiffe
transportieren Unmengen Holz in alle Welt. Ich glaube, das man die Schönheiten der Natur in Sabah nicht
mehr lange bewundern kann. Selbst der Tourismus ist nicht im
