Sinne der Natur organisiert. Überall geht
es nur noch um Profit. Judariah Bte Jaman, mit der ich die Tour von Deutschland aus organisiert hatte,
übernahm persönlich den Transport zur Fähre, die uns auf die Schildkröteninsel bringen sollte. Zuerst
aber wollten wir uns gemeinsam den großen Markt ansehen. Die gesamte tropische Vielfalt an Früchten,
nie gesehenen Gemüsesorten und eine unglaubliche Menge unterschiedlicher Fische erwartete uns.
Ein Teil des Marktes war überdacht. Wir schwelgten in Gerüchen und ließen uns Gewürze und Früchte
erklären, der probierten kleinen Leckereien in den Garküchen. Als dann auf dem Fischmarkt ein
großer Adlerrochen zerteilt wurde, bekam unsere Stimmung einen Dämpfer. Drei kleine Rochenbabys
rutschten auf den blutigen Boden, als der Bauch des Fisches aufgeschnitten wurde. Sie lebten noch!
Wir verließen mit diesem Eindruck der Bestie Mensch den Markt. Klar dient der Fisch hier als
Nahrungsquelle Nummer eins, aber der Anblick war nicht für das europäische Auge geeignet.
Unser Boot war nicht sehr groß, aber hatte eine erstaunlich starke Maschine.
So sausten wir der Schildkröteninsel entgegen und hörten fasziniert den Geschichten über Piraten im
Seegebiet zwischen Sabah und den Philippinen zu und den Problemen der malayischen Küstenwache, die
großen Aufwand gegen den Schmuggel betreiben und der Piraterie Herr werden muss. Die Insel war traumhaft
schön. Schneeweiße Strände säumten das Ufer und die Unterkunft war besser, als wir erwartet hatten.
Wir bemerkten allerdings sehr schnell anhand der Preise, das es sich nur um eine künstlich geschaffene
Touristenattraktion handelte. Da die Schildkröten immer wieder an den Punkt zurückkehren, an dem sie
geschlüpft sind, war es ein Leichtes für die Besitzer der Insel und der Regierung, innerhalb weniger
Jahre eine gewaltige Überbevölkerung an Turtles zu erzeugen, indem die natürliche Auslese durch Vögel
und den Menschen gestoppt wurde. Da jede Nacht während dieser Zeit 300 bis 3000 Jungtiere das Wasser
unbehelligt erreichen, kommen an einigen Tagen bis zu 50 Tiere zur Eiablage. Die geschlüpften Tiere
werden nicht, wie es sinnvoll wäre, auf anderen malayischen Inseln ausgesetzt, um die dortige
Population zu erhöhen, sondern immer wieder nur auf dieser Insel freigelassen. So haben Tioman,
Langkawi, Penang oder andere Inseln kaum noch Schildkröten, während hier Massen dieser Tiere von
Touristen bestaunt werden können. Es ist strikt verboten, zu filmen
