Der Chief nimmt sie auf, klatscht drei Mal in die hohlen Hände, als Zeichen seines Dankes und spricht
einige Worte der Anerkennung über den Besuch aus einem fernen Land. Dann werden Kokosnußhälften die
sogenannten Bilos gereicht, die mit Kava gefüllt werden.
Vor dem Annehmen der Bilos muss man einmal in die Hände klatschen, in einem Zug austrinken und dann als
Dank noch drei Mal klatschen.
Es wird nicht besonders freundlich aufgenommen den ersten Becher nicht anzunehmen. Man sollte mindestens
einen kleinen Schluck trinken, auch wenn es dem europäischen Gaumen bestimmt nicht zusagt. Ich gebe nach
wie vor, einem kalten Bier den Vorzug, auch wenn ich während der Reise bestimmt 40 Mal Kava trinken
musste.
Selbst bei Geschäftsabschlüssen oder in den örtlichen Büros stehen Kavaschüsseln bereit, um entsprechende
Anlässe gebührend zu begehen. Im Feiern sind die Fijianer Weltklasse. Selbst eine normale Begrüßung mit
anschließendem Kavagenuss kann schnell zu einem Meke werden, einem großen ausschweifenden Dorffest, das
durchaus eine ganze Nacht dauern kann.
Gleich am zweiten Tag sollten wir Gelegenheit haben, dieses außergewöhnliche Getränk zu probieren. Wir
fuhren mit dem Bus in Richtung Suva der Hauptstadt Fijis, etwa 290 Kilometer von Nadi entfernt.
Dort wollten wir mit einem Wassertaxi (einem hölzernem Langboot) einem Flusslauf folgen, der uns zu einem fijianischem Dorf bringen sollte.
Dort wollten wir dann noch etwas essen und wieder zurück nach Nadi fahren. Schon auf dem Weg nach Suva
änderte sich der Verlauf der geplanten Tour allerdings abrupt. Einer der vorderen Reifen platzte mit
einem lauten Knall auf der stark abschüssigen Straße.
Nur mit viel Glück kam der Bus ohne Unfall schleudernd zum Stehen. Ein winziger Wagenheber wurde
herausgeholt. Der Fahrer begann in Seelenruhe, unter dem Bus liegend, den Wagen hochzupumpen.
Wir konnten nicht mit ansehen, in welche Gefahr er sich brachte und keilten wenigstens die Räder
mit Steinen fest. Nach einer halben Stunde ohne ersichtlichen Erfolg entschieden wir uns,
lieber per Anhalter weiter zu fahren. Wir wollten den Urlaubstag nicht auf´s Spiel setzen. Ein
Pärchen aus Kanada entschied sich uns zu begleiten und wir setzten den Weg zum Fluss gemeinsam fort.
