Die Bootstour war traumhaft schön. Dichter Regenwald bedeckte die Berge links und rechts des Flusses
und Wasserfälle donnerten aus den Felsen über uns herab. Die Luftfeuchtigkeit glich einem Treibhaus.
Viele unbekannte Vogelstimmen waren zu hören.
Bambusflöße mit Einheimischen trieben uns entgegen. Niemand fuhr ohne ein Lächeln und freundlichen
Grüßen an uns vorbei. Als wir das Dorf erreichten, kamen uns gleich einige Kinder entgegen und begrüßten
uns mit dem freundlichen „Bula“ das wir noch so oft während unserer Reise hören sollten.
Wir wurden in das Dorf geführt und in den Versammlungsraum gebeten.
Die Einheimischen waren zwar den Besuch von Touristen gewohnt. Uns schlug jedoch eine so unverfälschte
Herzlichkeit und Heiterkeit entgegen, dass wir uns schnell sehr wohl fühlten, zwischen den vielen
unbekannten Menschen. Es wurde in aller Eile der Boden mit einigen Blüten und Matten bedeckt, die
Kavaschale aufgebaut und zwei Männer in Stammestracht und Baströcken übernahmen die Produktion der
Kava oder des Grog, wie sie die Inder hier nennen. Die pulverisierte Wurzel wird in ein Tuch gegeben
und mit Wasser übergossen. Dann wird das Tuch ausgewrungen und gewalkt bis eine schmutzig braune
Brühe entstanden ist. Die Herstellung wird von einleitenden Worten begleitet und der Besuch der
Gäste wird gebührend gelobt.
Wir wurden erst einmal ausgefragt, woher wir kommen, wie es denn in Deutschland so ist und was wir uns
in Fiji alles ansehen wollen. Dann kreisten die Kavaschalen und die Dorfbewohner wurden schnell immer
redseliger.
Bei uns hat die Kava allerdings nie eine Wirkung gezeigt, obwohl ich manchmal bis zu 12 dieser Schalen
an einem Abend geleert habe. Man muss wohl Fijianer sein, um dieses Zeug genießen zu können und daran
glauben, dass eine Wirkung eintritt.
In Deutschland wird die Kavawurzel in leichten Beruhigungsmitteln verwendet. Eine Wirkung muss also
irgendwie vorhanden sein. Das Essen wurde auf dem Boden serviert und vier der Dorfschönen vertrieben
mit Fächern aufdringliche Fliegen von den Nahrungsmitteln. Wir wurden vor unserer Reise schon gewarnt,
dass das Essen in der Südsee sehr fad sei, Gewürze sollen dort kaum bekannt sein und
