Wir hatten jetzt noch ganze drei Stunden bis zum Abflug unserer kleinen Maschine. Ich entschied mich,
den Ablass des Vergasers zu öffnen, um das überschüssige Benzin zu entfernen. Nachdem ich ohne den
Tankanschluss mehrmals das Anlasserseil gezogen hatte, befestigte ich für kurze Zeit den Benzinschlauch
wieder. Tatsächlich der Motor sprang wieder an.
Jedes Mal, wenn die Maschine anfing zu stottern und Anstalten machte wieder auszugehen, zog ich den
Benzinschlauch ab und wartete, bis der Sprit im Vergaser wieder zur Neige ging. Auf diese Weise legten
wir die letzten zwanzig Kilometer bis zum kleinen Flugplatz zurück, wo unser Flugzeug auch schon
startbereit auf der Piste stand. Wir waren beide mehr als erleichtert und fügten dieses Erlebnis der
Kategorie ungeplante Abenteuer auf Tropeninseln zu.
Es gibt auf den Fijis keinerlei giftiges Getier wie Schlangen und Spinnen. Nur einige große Kakerlaken und
Nachtfalter sorgen nachts für Bewegung im Bungalow.
Moskitos machen dem Ungeschützten zwar das Leben zur Hölle, aber nur unter Wasser beherbergen diese Inseln
Gefahren, mit denen man sich vor Beginn der Reise wirklich auseinandersetzen sollte.
In Suva, der Hauptstadt Fijis mussten wir noch einmal umsteigen und hatten das Glück eine zweimotorige
Propellermaschine mit Panoramafenstern zu bekommen, um nach Vanua Levu weiter zu fliegen. Es war ein
eindrucksvolles Schauspiel, die Atolle und Riffe in allen Nuancen von Blau über Violett bis zum
schimmernden Türkis unter uns vorbeiziehen zu sehen.
Der Flughafen war genau so winzig, wie auf der Insel Kadavu. Die Fahrt zum Hot Spring Hotel in Savusavu
dauerte nur zwanzig Minuten. Der Taxifahrer lud uns spontan auf die Hochzeit seiner Tochter ein und war
sehr enttäuscht als wir absagten. Es war uns etwas peinlich, auf einer fremden Hochzeit zu erscheinen.
Wir verwarfen den Gedanken schnell, obwohl es uns sehr interessierte.
Endlich wieder ein Haus mit Mauern und richtigen Fenstern. Klimaanlage, keine Kakerlaken mehr und vor
allen Dingen ein sauberes Bad. Nach den Erlebnissen am Außenriff genau die richtige Alternative für uns.
Eine wohltuende Entspannung für die Backpackers.
Biancas Worte auf dem Balkon des Hot Spring Hotels im Hinblick auf unsere morgendliche, sehr missliche
Lage am Außenriff vor Kadavu: „Dass ich das noch erleben darf!!!“
