Abends gab es dann Lobster Termidor im hoteleigenen Restaurant. Wir verbrachten den Abend mit Planungen
für unsere nächsten vier Tage auf Vanua Levu.
Wir wollten uns noch gern ein Dorf im Süden ansehen, in dem der Sage nach die Jungfrauen des Dorfes an
einer bestimmten Stelle auf einer vorgelagerten Insel durch ihr Singen rote Krabben rufen können, die
dann nach der Melodie an der Wasseroberfläche tanzen.
Es hört sich etwas merkwürdig, an aber in jedem Reiseführer über den Pazifik sind solche Geschichten
bekannt. Einmal sind es Hairufer auf den Salomonen, die große Tigerhaie durch monotonen Singsang
anlocken, das andere Mal große Schildkröten die von den Frauen auf der Insel Bengga angelockt werden.
Selbst der australische Naturwissenschaftler Ben Cropp konnte mit seiner Kamera festhalten, dass diese
Tiere auch wirklich an der Oberfläche erscheinen. Natürlich bei Vollmond und mit dem entsprechenden
Zauber.
Wir waren zwar sehr skeptisch, gingen die Tour aber unvoreingenommen an. Ein Taxifahrer fand sich sehr
schnell in Savusavu. Er verbrachte für einen vorher abgesprochenen Pauschalpreis den ganzen Tag mit uns.
Am frühen Morgen ging die Fahrt nach Naweni, dem kleinen Fischernest los.
Unterwegs besuchten wir noch das Kontiki Ressort, um mit dem Taucher Andy zu klönen. Der war allerdings
leider gerade in Deutschland. So besuchten wir nur das Ressort und sahen uns die Zimmer an. Auf meine
Aussage, dass die Fijis in meinem Buch vorkommen werden, wurden alle plötzlich überfreundlich und
bemühten sich sehr, alles im positiven Licht zu zeigen.
Das brachte mich auf die glänzende Idee, diese Strategie auch weiterhin z.B. in Naweni anzuwenden, um dort
an den Genuss des Krabbenspektakels zu kommen.
Wie in der Südsee üblich, fragte unser Taxifahrer nach dem Turanga Ni Koro, dem Dorfsprecher, der auch
gleich freundlich zu uns kam und nach dem Grund unseres Besuches fragte. Wie wir es gelernt hatten,
lobten wir das schöne Dorf und die Freundlichkeit der Fijianer. Wir erzählten ihm von unseren Plänen.
Er erklärte sich gern bereit, zum Chief (Häuptling) zu gehen, um über unser Kommen und unser Anliegen
zu berichten.
