nicht
fotografieren, nicht rufen und nicht mit dem Finger zeigen!“ ermahnte uns unser fijianischer Führer. Sonst
werdet ihr absolut nichts zu sehen bekommen.
Er begann mit einem monotonen Singsang der uns sehr fremdartig anmutete. Der Gesang steigerte sich in
der Lautstärke zu einem Geschrei. Ich hätte doch lieber die Jungfrauen gehört.
Unser koranischer Doktor blitzte mit seiner Kamera, was das Zeug hielt. Nothing...
Wieder hob unser Guide seine Stimme und brüllte, was das Zeug hielt. Nichts geschah...
Nach erneuter Ermahnung und der mehrfachen Wiederholung des Singsangs tauchte tatsächlich eine einzige
große rote Krabbe auf und fing vor unseren Augen an der Wasseroberfläche zu tanzen. Ich filmte und
fotografierte und unsere Begeisterung ließ uns die Mücken vergessen, die fröhlich unbemerkt einen Teil
unseres Blutes entfernten.
Wir waren alle froh, trotz der fehlenden Jungfrauen wenigstens eine Krabbe gesehen zu haben. Zurück im
Dorf merkten wir an den juckenden Quaddeln, wie viele Mücken uns erwischt haben müssen. Zum Glück braucht
man auf Fiji keine Malaria zu befürchten.
Mr. Kabakoro lud uns zu sich nach Hause ein. Wir verspeisten gemeinsam in seiner Bure, dem einfachen Haus,
ein paar gebratene Hühnerbeine mit leckerem Salat. Köstlich die Küche Fijis!!!
Dann entführte er uns an den sogenannten Strand der Familie. Eine riesige Bucht mit schönem Sandstrand.
Auf die Frage, ob das alles ihm gehöre sagte er: „Ja, unserer Familie. Ihr seid willkommen wann immer ihr
nach Fiji kommt.“ Der eigentliche Grund war ein anderer. Er war begeisterter Schnorchler, natürlich auch
fijianischer Harpunenfischer und wollte uns das Außenriff zeigen. „The deep blue“ nannte er es und sagte,
es wäre so schön, wie nirgendwo anders auf den Fijis.
Bianca wollte gern mit und so schnorchelten wir mit ihm circa zwei Kilometer bis zum Riffdach hinaus.
Er war mit einer Harpune bewaffnet, wohl auch um Bianca zu beruhigen, die großen Respekt vor den Haien
hatte. Bianca schwamm mit mir Hand in Hand.
Der Blick über die Riffkante war gewaltig. Kristallklares tiefblaues Wasser und ein Dropoff
(Steilwandabfall) wie ich es vorher nur auf Carriacou in der Karibik einmal gesehen habe.
