Auf das Kommando unseres Tauchlehrers sprangen wir alle von der Plattform. Ich achtete auf Bianca. Sie
verschwand neben mir in einem Luftblasenwirbel. Als sich nach den ersten Sekunden die Sicht klärte,
blickte ich nach unten und wir befanden uns genau zwei Meter über dem gepunkteten Rücken unseres ersten
Walhaies.
Der Koloss maß circa 14 Meter. Mit kraftvollen, langsamen Bewegungen bewegte er sich majestätisch durch
das tiefe Blau. Wir konnten uns bis auf Zentimeter seinem ungeheuren Körper nähern. Bianca schwamm direkt
neben dem Kopf des Riesen.
Ich konnte durch die kräftigen Blasenbahnen sehen, wie aufgeregt sie war. Wie gebannt blickte sie den
Kopf des Riesen an. Wir mussten kräftig paddeln, um mit dem Walhai mitzuhalten. Ganz langsam verschwand
der Gigant im Dunst aus Plankton.
Wir tauchten alle entzückt und sehr aufgeregt zu einer Gruppe Schwarzpunktrochen auf 30 Meter Tiefe ab.
Kaum hatten wir den Grund erreicht, zeigte unser Tauchlehrer wieder nach oben. Mit einer Korona aus
Sonnenstrahlen bewegte sich erneut ein gewaltiger Umriss an der Oberfläche.
Alle Taucher, ob erfahren oder unerfahren, ob drei oder 5000 Tauchgänge, vergaßen alle
Sicherheitsmaßregeln. Unter dem Piepen sämtlicher Deko-Computer, die uns vor zu schnellem
Aufstieg warnten, jagten wir schräg nach oben an die Oberfläche.
Zehn Minuten ließ uns der Hai neben sich schwimmen, ehe er mit weit geöffnetem Maul im Ungewissen
verschwand. Ein dichter Schwarm Stachelmakrelen stand wie ein silberner Vorhang unter der Oberfläche.
Mein Blick auf den Tauchcomputer sagte mir, wie riskant das schnelle Auftauchen gewesen ist.
Zurück an Bord, war die Stimmung entsprechend gut. Mit vollem Mund erzählend und gestikulierend nahmen wir
alle unser Lunch auf dem Sonnendeck ein. Die euphorische Siegesstimmung war unglaublich.
Ich hatte bereits jetzt 15 Minuten Filmaufnahmen und wechselte vorsichtshalber das Tape, um diese
Aufnahmen in jedem Fall für die Nachwelt zu retten. Während des nächsten Tauchganges erfreuten uns
Stachelmakrelenschwärme, Barrakudas und ein großer Adlerrochen, der seine Runden um die Taucher zog.
Am Abend genossen wir dann hungrig und zufrieden ein Thai-Food der besonderen Art. Mit der
