Süden der Bucht von Dahab. Ein schöner
Strandabschnitt, sehr ruhig und ohne Hotelanlagen.
Wir beobachteten einen großen Zackenbarsch, der sich in Seelenruhe das große Maul und die Kiemen von
einem Putzerfisch reinigen ließ. Sein Kumpel versuchte verzweifelt mit mir Kontakt aufzunehmen, um
meine Taucherbrille zu reinigen. Es gibt eine Fischart, die genau so aussieht, wie der blau-schwarz
gestreifte Putzerfisch. Er schwimmt freundlich auf sein Opfer zu und bietet seine Dienste an. Wenn
er sich auf einige Zentimeter genähert hat, stößt er blitzschnell nach vorn und beisst dem vor
Schreck erstarrten „Kunden“ ein Stückchen Fleisch heraus. Da ich mir nicht sicher war, um welche
Sorte Putzer es sich handelte, schüttelte ich den aufdringlichen Fen-sterputzer lieber ab.
Auf dem Weg zurück nach Dahab fragte ich unseren Fahrer, ob es nicht ganz unberührte Riffe noch weiter
im Süden geben würde. Er erzählte grinsend, dass am Ende der Bucht ein Militärposten sei.
Dahinter ist militärisches Sperrgebiet. Touristen wären da zwar sicher, aber nicht gern gesehen. Man
kommt an den Posten nicht vorbei. Egal! Ich buchte sein Taxi trotzdem.
Knatternd und Schaukelnd bewegte sich der alte Jeep am Strand entlang. Sand und Geröll, soweit das Auge
reichte. In einiger Entfernung vom Shark-Hole durchschnitt ein Stacheldrahtzaun die Landschaft quer zum
Strand. Zwei schwerbewaffnete Ägypter versperrten uns den Weg. „Stop here“ bedeuteten sie unserem Fahrer.
Er sagte ihnen, das wir nur schnorcheln wollten.
„No Sir“, war die kurze unfreundliche Antwort. Enttäuscht zündete ich mir einen Zigarillo an. Ich
unterhielt mich kurz mit den beiden Husumern, die sich schon im Hotel unserem Kurztrip angeschlossen
hatten. Während wir noch über ein neues Ziel diskutierten, bemerkte ich, wie die Soldaten meinen
Zigarillo beäugten. Ich sagte grinsend: „You like smoking?“ und hielt den Beiden meine Schachtel Moods
hin. Sie mochten nicht zugreifen, weil sie uns gerade noch den Durchlass verwehrt hatten. Nach einer
aufmunternden Geste nahmen sie sich aber doch zwei von den Glimmstengeln. Begeisternd paffend wurden
sie deutlich gesprächiger.
Wir diskutierten über das aktuelle Israel-Problem. Durch unseren Dolmetscher (Taxifahrer) erfuhren wir,
dass Da-hab bis vor ganz kurzer Zeit Naherholungsgebiet der Israelis war. Die Diskotheken, Tauch- und
Surfschulen und Restaurants waren in der Saison gut besucht. Jetzt stand alles leer, nur
