die Armee
hatte zu tun, den trostlosen Sinai zu bewachen. Von wem, wussten sie allerdings auch nicht. Es gab
ja nichts zu holen, außer Sand und heißen Steinen.
Sie hatten wohl eher Angst, dass irgendwelche radikalen Moslems in die Touristenorte einfallen. Den
finanziellen Einbruch würde das Land Ägypten nach den Attentaten von 1997 nicht noch einmal verkraften.
Die Schilder an den Restaurants: No dogs, no Israelis, hätten sie sich aber sparen können. Bis zu dem
unglücklichen und sehr bornierten Auftritt Scharons auf dem Tempelberg haben die Ägypter gut an den
Israelis verdient.
Wenn es um Geld geht, ist ein „Ungläubiger“, doch ein gern gesehener Kunde. Während unserer Reisen ist
es immer deutlicher geworden, das alle Kriege von Fanatikern oder Machtbesessenen vom Zaun gebrochen
werden. Das Volk wird aufgestachelt und der Geist verdreht. Kein normaler Mensch will kämpfen oder
sterben. Alle haben Familie und etwas zu verlieren. Die Politiker kämpfen nur mit Worten, sterben werden
die Bürger.
Mit den Worten: „Have fun!“ schob unser Wachposten den Schlagbaum zur Seite und winkte uns lächelnd mit
dem Lauf seiner Waffe zu, als wir unseren Weg fortsetzten. Allerdings musste ich den Wegzoll von zwei
weiteren Zigarillos in Kauf nehmen. Der Weg hatte sich gelohnt, das Riff war unberührt. Schon am engen
Durchlass begegneten wir einer fetten grünen Muräne.
Hier war die (Unterwasser-) Welt noch in Ordnung. Unsere Augen konnten sich nicht satt sehen an der
Vielfalt des Lebens und der Formen und Farben.
Die Wassertemperatur gab uns aber schon nach zehn Minuten einen guten Grund zum Auftauchen.
Mit Anzug hält man es ja noch etwas länger aus. Aber nur mit Badehose... . Die Luft war sehr heiß und
eine Viertelstunde reichte völlig, um gut aufgewärmt den nächsten Schnorcheltrip zu starten. Gut gelaunt
verließen wir am späten Nachmittag den Strand, um gegen Zahlung von zwei weiteren Moods-Zigarillos kurz
vor Einbruch der Dämmerung unser Hotel wieder zu erreichen.
Die aufgeschlossenen und lustigen Kellner des Hotels ließen und vergessen, dass wir uns unter Moslems
befanden.
Sehr zuvorkommend und vor allem locker, lasen sie uns jeden Wunsch von den Augen ab. Gegen Ende
