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Dahab, Abenteuer auf dem Sinai
Seite 196
keinen großen Respekt vor ihnen. Ich zeigte auf meine Angelruten und lächelte. „I want to catch a fish there.“ sagte ich und zeigte auf den mittlerweile hell beleuchteten Steg. Irgendwie hatte unser Plan jetzt etwas Absurdes. Als es wieder polterte und sich die Tür des Hauses öffnete, wusste ich warum. Zwei Soldaten, jetzt in Uniform näherten sich unserer kleinen Gruppe. Der kleinere von den Beiden schien der Boss zu sein, den die Anderen salutierten bei seinem Erscheinen. Der militärische Gruß in Unterwäsche ist kaum noch zu toppen. Wenn die Situation nicht so brenzlich gewesen wäre, hätte ich laut losgelacht. So zog ich es vor, die Uniformierten mit einem sachlichen „Good evening“ zu begrüßen.
Der Gruß blieb sehr einseitig und die drei „Schläfer“ zielten weiter mit ihren Waffen auf uns.
„What are you doing here?”, fragte der Offizier mit einem langen Blick auf Biancas Beine. Jetzt war es mir schon fast peinlich, meinen Wunsch auf die Angelei noch einmal zu wiederholen.
Er gab mir auch klar zu verstehen, das der Steg zu einer militärischen Sicherheitszone gehört. Ob ich die Schilder nicht gesehen hätte: Betreten verboten, Schusswaffengebrauch.
Ich schob die Schuld auf die Dunkelheit, aber Schilder hatten wir beide wirklich nicht gesehen.
Er näherte sich persönlich und wollte den Inhalt meines Angelkoffers inspizieren. Was er sah, stimmte ihn versöhnlich. Angelhaken und Zubehör. Er grinste und sein anzüglicher Blick widmete sich wieder meiner Frau. Er murmelte etwas unverständliches und fing an sie abzutasten. Die beiden Unterhosenträger nahmen endlich die Waffen runter und fingen an zu grinsen.
Ich musste jetzt einen Entschluss fassen, ehe die Gruppe auf dumme Ideen kam. Ich sagte zu Bianca: „Schnell weg hier.“
Zu der Gruppe sagte ich nur eins: „Sorry“ und drehte mich zu Bianca um. Entschlossen griff ich ihre Hand und zog sie zurück auf den Weg. Nach den ersten Schritten fingen wir an zu laufen, um die Distanz schnell zu erhöhen. Wir drehten uns beide nicht um, hörten aber das Stimmengewirr der Soldaten. Als wir den Zaun erreichten, blickten wir zurück. Wild gestikulierend standen Sie vor den Häusern und schimpften wie die Rohrspatzen. Ich denke, sie haben sich nur nicht bewegt, weil die Straße nach Dahab in Sichtweite lag.
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Inhaltsverzeichnis

Prolog
Vorwort
Teil-1 Teil-2
Teil-3 Teil-4
Teil-5 Teil-6
Teil-7 Teil-8
Epilog Reiseblog
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Heino Merten:“Flieger grüß mir die Sonne”