Das Gelingen des interreligiösen Dialogs hängt auch von der Einhaltung bestimmter Kriterien und
Verhaltensweisen ab. Jede Religion muss ihre Bezogenheit auf Gott als Grund und Ziel menschlichen
Lebens zu erkennen geben, die existentiellen Fragen der Menschen in den Mittelpunkt stellen, die gleiche
Würde aller Menschen unabhängig von religiöser Prägung oder sonstigen Zugehörigkeiten achten, die Freiheit
der Menschen zur Führung eines guten Lebens fördern, den Menschen bei der Suche nach ihrem Lebenssinn
helfen und grundsätzlich jeder Gewalt zur Durchsetzung religiöser Ziele oder religiös verbrämter
Interessen entgegentreten. Von besonderer Bedeutung als Prüfstein des interreligiösen Dialogs ist
schließlich die Anerkennung der umfassenden, allseitigen Religionsfreiheit als unverfügbares
Menschenrecht. Der interreligiöse Dialog sollte schließlich auch dazu führen, dass man seine eigene
Religion besser kennen lernt und entschiedener im Leben bezeugt.
Unser beider Standpunkt ist klar. Wir sind beide nicht in die Kirche. Wir erlauben uns aber, an Vieles
zu glauben.
Niemals werden wir versuchen, andere Menschen von unserem Standpunkt zu überzeugen. Jeder Besuch eines
fremden Landes, jede Kultur, jeder Mensch gibt uns einen Einblick in seinen persönlichen Horizont.
Alles zusammen macht uns nicht weise, aber bereit für die Kommunikation mit anderen Weltbürgern, die
nichts mehr wünschen, als eine Zukunft in Frieden, genug zu Essen, ein Dach über dem Kopf und Freiheit.
Freiheit auch Unbequemes zu denken und zu sagen. Freiheit sich bewegen zu können, wohin man möchte und
die Freiheit an etwas zu glauben, von dem man überzeugt ist oder auch überzeugt worden ist. Im Namen des
Kreuzes wurden die Inkas ausgerottet, Hexen verbrannt und viele Millionen Menschen getötet.
Wie viele Minderheiten werden verfolgt, nur weil sie anders denken, anders leben oder einfach nur anders
aussehen. Toleranz sollte schon in der Schule und in der Familie ein großer Teil der Erziehung sein.
Vielleicht erleben wir noch eine Weltregierung, die sich auf die Fahne geschrieben hat, ein friedliches
Nebeneinander zu propagieren und nicht mit Waffengewalt zu erzwingen.
