An der Bar lernten wir Boom kennen, eine ehemalige Prostituierte aus Bangkok, die hier mit einem
deutschen Tauchlehrer zusammenlebte. Sie mixte im Hotel die Cocktails und war in der Lage, die
Touries geschickt bei Laune zu halten.
Bianca hatte Rückenschmerzen durch die lange Anreise und Boom bewies, dass sie auch in der Lage war, die
traditionellen „herkömmlichen“ Massagetechniken anzuwenden. Mir ihrer sehr rauchigen Stimme erzählte sie
uns von ihren Erlebnissen mit europäischen Touristen und verschwieg nicht den Hass gegenüber einer
gewissen Kategorie Männer.
Das Singen der Zikaden und das leichte Rauschen der Wellen ließ uns nach dem langen Tag schnell und gut
schlafen.
Die Sonne stand schon sehr hoch, als uns der Frühstückshunger weckte. Mit frisch gepressten Fruchtsäften,
Nutellabrot und zwei Spiegeleiern gestärkt, starteten wir unseren ersten Trip um die Insel. Leicht gesagt.
Die Strassen waren in einem sehr „tropischen“ Zustand.
Wir waren auf dem Weg zu einem Traumstrand im Westen der Insel. Unser Reiseführer warb in blumigen Worten
von dem schönsten Strand von Ko-Tao. Entsprechend gut war unsere Stimmung. Mit Schnorchelausrüstung und
Strandequipment ausgerüstet tuckerten wir mit unserem Roller die Schlaglochpiste bergauf. Die Sonne stand
im Zenit, als wir die letzte Bergkuppe vor der Küste erreichten. Der Blick war atemberaubend. Türkisgrün
schillerte das Meer vor dem tiefgrünen Busch. Palmenplantagen säumten die Küste.
Wir konnten es nicht erwarten, uns in die Fluten zu stürzen und begannen, im ersten Gang die Piste
hinabzufahren. Keine 200 Meter weiter war von der Straße nicht mehr viel zu sehen. Starke Regenfälle
hatten wohl in der Regenzeit die Fahrbahn ausgewaschen und in einer Schlammlawine zu Tal befördert.
Bianca sah sich die Überreste des Weges an und verweigerte die Weiterfahrt. So stellten wir den Roller
am Wegesrand ab und schulterten die Rucksäcke. Selbst zu Fuß hatten wir Probleme auf den rutschigen Felsen
das Gleichgewicht zu halten. Es ging steil bergab. Einige Einheimische waren damit beschäftigt, ein Auto
aus einer Schlucht zu bergen. Es war nur noch ein Häufchen Schrott, was da an einem Kettenzug hing.
Jetzt waren wir sicher, mit unserem Fußmarsch die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
