Eine Stunde später waren wir durch 35° C im nicht vorhandenen Schatten und unser Strandgepäck nicht
mehr so sicher... .
Ich benutzte mein T-Shirt als Schweißtuch und Bianca machte alle 40 Höhenmeter eine Verschnaufpause.
Wir hatten das Gefühl, als ob sich der Strand überhaupt nicht näherte.
Knie, Knöchel, Waden, alles schmerzte.
Eine weitere Stunde später erreichten wir die ersten Hütten am Strand. Zwei Pärchen saßen erschöpft an
einer kleinen Bambushütte und grinsten uns schon von weitem an, als sie die schweißnasse Kleidung
bemerkten. „How was your Trip?“ meinte der Eine. Ich lächelte zurück und sagte: „Cool“.
Bianca und ich schauten uns an und dachten eigentlich nur an den zu erwartenden Rückweg bergauf bis zu
unserem Motorroller. In Norddeutschland würden wir sagen: „Anscheeten, mein Lieber!“
Der Strand war traumhaft. Eine kleine Bar lud zum Verweilen ein. Unser Sinn stand nach Abkühlung. Erst
von außen, dann von innen.
Mit Brille und Schnorchel bewaffnet liefen wir in das kristallklare Wasser. Ich erwartete eigentlich
ein Zischen, als das kühle Nass über mir zusammenschlug.
Auf dem Rücken treibend, genossen wir den herrlichen Anblick des schneeweißen Strandes vor der grünen
Bergkulisse. Sah gar nicht so hoch aus.
Plötzlich ein Zwicken an meiner Wade. Da, wieder ein Zwicken am Fuß. Jetzt schrie auch Bianca
auf: „Da beißt mich was!“ Ich stellte mich aufrecht hin, das Wasser war nur 1,50 m tief und brauchte
nicht durch meine Taucherbrille zu sehen um festzustellen, dass wir von einem gewaltigen Schwarm bunter
Korallenfische umgeben waren. Jetzt fiel mir auf, dass wir die Einzigen im Wasser waren.
Klar, über Jahre hatten hier Touristen die Fische mit Brot gefüttert. Jetzt war die Erwartungshaltung der
Tiere recht groß, wenn Schwimmer kamen. Es zwickte und zwackte. Kleine Zähnchen nagten an allem, was
interessant erschien.
Schnell wieder raus. Die beiden Grinsepärchen erwarteten uns schon wieder, als wir das rettende Ufer
erreichten. Das Grinsen war noch breiter geworden. „Take some bread with you“, meinte der Eine gönnerhaft
und bot mir eine Tüte mit Brötchen an. „They are friendly.“
Ich warf das eingeweichte Brot dahin, wo ich den Schwarm vermutete und schwamm mit Bianca in
