Impressum     Copyright / Disclaimer
Ko-Tao, die Schildkröteninsel
Seite 208
die schönsten Ziele der Welt berichtet. Gespannt takelten wir unsere Ausrüstung auf und sprangen in das dunkle Naß. Wieder eröffnete sich uns allen diese faszinierende dunkle Welt voller Leben. Fressen und gefressen werden oder in der Symbiose leben und Leben lassen. Schwerelos in einem schwarzen, warmen Medium mit der Ungewissheit, was sich um einen herum bewegt.
Nur der Strahl des Unterwasserscheinwerfers gibt den Blick auf die Vielfalt an Farben und Formen frei. Wir entdeckten Stachelrochen und Muränen, schlafende Papageienfische, ängstliche Tintenfische, die Gefahr witternd ihre Farbe wechselten und schnell das Weite suchten. Abenteuerlustig untersuchten wir jeden Felsspalt und jede Höhle, als ich plötzlich einen langsam stärker werdenden Widerstand am Körper spürte. Es war, als wenn man gegen ein Gummiband anschwimmt und wieder zurückgezogen wird. Ich leuchtete mit meinem Strahler und entdeckte ein gewaltiges Netz, das uns allen das Weiterschwimmen unmöglich machte. Es reichte von 35 Meter Tiefe, wo wir uns befanden, bis an die Oberfläche. Nach einigen vergeblichen Versuchen, an dem Netz vorbeizuschwimmen, machte ich mit meinem Tauchermesser unserem Divemaster klar, dass ich es zerschneiden wollte. Er zeigte mit unmissverständlich einen Vogel. Ich verstand nicht, warum ich uns den Weg nicht frei schneiden sollte, schließlich war es streng verboten, mit Netzen an Tauchplätzen zu fischen Es wäre viel zu gefährlich für die Taucher. So mussten wir wütend unseren Tauchgang abbrechen, da ein Ende des Netzes nicht in Sicht war. Zurück an Bord erklärte unser Guide, warum das Netz nicht zerschnitten werden durfte. Die Fischer Ko-Taos haben recht mafiöse Strukturen aufgebaut, um mit dem gefangenen Fisch in den Hotelanlagen Geld zu machen. Taucher stören da gewaltig.
So ist auch ein Tauchlehrer 2001 in seinem Bungalow erschossen worden, nachdem er einen Fischer tätlich angegriffen hat. Der Mann hatte versucht, Tauchboote zu beschädigen, damit sie nachts nicht mehr auslaufen können.
Wir nennen das einen Interessenkonflikt. Dieser wird in Thailand nur anders gelöst als bei uns... .
Wir waren alle mächtig sauer über die wissentliche Gefährdung von Sporttauchern. Ich habe so eine Handlungsweise noch nie und auch nie wieder erlebt.
Es handelte sich um sogenannte Sperrnetze, in denen alles Leben ein Ende findet. Sogar eine große
Teil-8    182  183  184  185  186  187  188  189  190  191  192  193  194  195  196  197  198  199  200  201  202  203  204  205  206  207  208  209  210  211  212  213  214  Ende
Symbol-vorwärts
Symbol-zurück

Inhaltsverzeichnis

Prolog
Vorwort
Teil-1 Teil-2
Teil-3 Teil-4
Teil-5 Teil-6
Teil-7 Teil-8
Epilog Reiseblog
Home
Heino Merten:“Flieger grüß mir die Sonne”