die schönsten Ziele der Welt berichtet.
Gespannt takelten wir unsere Ausrüstung auf und sprangen in das dunkle Naß. Wieder eröffnete sich uns
allen diese faszinierende dunkle Welt voller Leben. Fressen und gefressen werden oder in der Symbiose
leben und Leben lassen. Schwerelos in einem schwarzen, warmen Medium mit der Ungewissheit, was sich
um einen herum bewegt.
Nur der Strahl des Unterwasserscheinwerfers gibt den Blick auf die Vielfalt an Farben und Formen frei.
Wir entdeckten Stachelrochen und Muränen, schlafende Papageienfische, ängstliche Tintenfische, die
Gefahr witternd ihre Farbe wechselten und schnell das Weite suchten. Abenteuerlustig untersuchten wir
jeden Felsspalt und jede Höhle, als ich plötzlich einen langsam stärker werdenden Widerstand am Körper
spürte. Es war, als wenn man gegen ein Gummiband anschwimmt und wieder zurückgezogen wird. Ich leuchtete
mit meinem Strahler und entdeckte ein gewaltiges Netz, das uns allen das Weiterschwimmen unmöglich
machte. Es reichte von 35 Meter Tiefe, wo wir uns befanden, bis an die Oberfläche. Nach einigen
vergeblichen Versuchen, an dem Netz vorbeizuschwimmen, machte ich mit meinem Tauchermesser unserem Divemaster klar, dass ich es zerschneiden wollte. Er zeigte mit unmissverständlich einen Vogel. Ich verstand nicht, warum ich uns den Weg nicht frei schneiden sollte, schließlich war es streng verboten, mit Netzen an Tauchplätzen zu fischen Es wäre viel zu gefährlich für die Taucher. So mussten wir wütend unseren Tauchgang abbrechen, da ein Ende des Netzes nicht in Sicht war.
Zurück an Bord erklärte unser Guide, warum das Netz nicht zerschnitten werden durfte. Die Fischer Ko-Taos
haben recht mafiöse Strukturen aufgebaut, um mit dem gefangenen Fisch in den Hotelanlagen Geld zu machen.
Taucher stören da gewaltig.
So ist auch ein Tauchlehrer 2001 in seinem Bungalow erschossen worden, nachdem er einen Fischer tätlich
angegriffen hat. Der Mann hatte versucht, Tauchboote zu beschädigen, damit sie nachts nicht mehr
auslaufen können.
Wir nennen das einen Interessenkonflikt. Dieser wird in Thailand nur anders gelöst als bei uns... .
Wir waren alle mächtig sauer über die wissentliche Gefährdung von Sporttauchern. Ich habe so eine
Handlungsweise noch nie und auch nie wieder erlebt.
Es handelte sich um sogenannte Sperrnetze, in denen alles Leben ein Ende findet. Sogar eine große
