Unsere erste gemeinsame Reise als frisch verheiratetes
Ehepaar wurde die letzte, die auf konservative Art über ein Reisebüro gebucht wurde.
Selbst die Insel Fuerteventura bot aber dann, durch gehörigen Abstand zum "Normaltouristen"
und die Nähe zu spanischen Fischerfamilien, doch noch einige Überraschungen.
Heute wissen wir, dass der Pauschaltourismus für uns die falsche Schiene ist.
Sicher ist es einfach, bei nicht eingehaltenen Reiseversprechungen den Reiseleiter
zu bemühen und ihn als Ventil der Enttäuschung anzumeckern oder nach der verdorbenen
Reise preismindernde Forderungen zu stellen. Keine dieser Bemühungen kann jedoch den
Jahresurlaub im Nachhinein wieder zu einem Traumurlaub werden lassen.
Jede Reise sollte mit allen Wünschen des Einzelnen ausgestattet sein, detailliert
recherchiert und gut vorbereitet. In der Planungsphase und in der Erlebnisphase sollte
er gleichen Spaß und Entspannung bereiten. Schließlich haben wir ja, je nach finanziellem und
zeitlichem Einsatz und Einkommen, oft lange für diesen Zweck allein oder zu zweit gearbeitet und
schwer unser Geld verdient. Das Erlebte und die Erholung muss dann ja auch wieder lange Zeit vorhalten.
Heute kann man im Internet alle Ziele online besuchen und oft die Unterkünfte genau inspizieren.
Flugpreise lassen sich online vergleichen oder der Preis für einen Leihwagen per E-Mail mit
einem örtlichen Vermieter aushandeln. Unser Hotel auf Ko-Samui in Thailand war 35 % günstiger
als im Katalog. Im weltbekannten Restaurant des Oriental Hotels in Bangkok buchten wir unseren
Tisch per Mail aus dem Arbeitszimmer.
Warum meckern, wenn an dem Pool des gebuchten Hotels Baulârm ist? Lieber gleich den Pool
des nächsten Hotels mitnutzen oder am Strand ein paar Meter weiter spazieren gehen, um dort
seine Ruhe zu haben. Es ist viel schöner (und auch oft viel günstiger), sich vor Ort eine
Unterkunft zu suchen, die den persönlichen Vorstellungen entspricht, als aus einem Katalog
auf Hochglanzpapier entscheiden zu müssen, wo man die drei schönsten Wochen des Jahres zubringt.
Die Wirklichkeit sieht immer anders aus... . Gefällt die Unterkunft, handelt man einen Preis aus und
bleibt. Wenn nicht, es gibt fast überall mehr Zimmer, als Plätze im Flugzeug.
Nur jenseits von Lobby, Bar und Swimmingpool entdeckt man Land und Leute.
